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Dormagen: Gaspreisgegner gründen Bürgerinitiative

Dormagen : Gaspreisgegner gründen Bürgerinitiative

Im Hotel-Restaurant Höttche wollen am Mittwoch, 19.30 Uhr, Gaspreisgegner eine Bürgerinitiative ins Leben rufen. Das bestätigte am Dienstag Hans-Joachim Woitzik, Fraktionsvorsitzender der Zentrums-Partei, der als Kopf der Vereinigung agieren will.

Bisher hätten schon 50 Unterstützer ihr Interesse bekundet, so der Zentrums-Fraktionschef. Auch andere Bürgerinitiativen, etwa aus Delrath, wolle man mit ins Boot holen.

Ziel sei es, 5000 Unterschriften zu sammeln und damit Druck auf die Politik auszuüben. Die Initiative will erreichen, dass Dormagens Versorger evd zu viel gezahlte Entgelte aus den Jahren 2005 bis 2008 an die Gaspreiskunden zurückzahlt. Bisher hatte die evd trotz verlorener Gerichtsurteile erklärt, jeden Einzelfall gerichtlich prüfen zu wollen.

Unterschriften auf Märkten

Die Unterstützter sollen in den Dormagener Ortsteilen auf Märkten oder in Supermärkten Unterschriften sammeln. "Die werden wir dann dem Bürgermeister und dem Rat präsentieren", so Woitzik. Das Recht der Bürger sei wichtiger als der kommunale Haushalt.

Nach eigenen Berechnungen hat Woitzik ermittelt, dass die evd rund sechs Millionen Euro an ihre Kunden zurückzahlen müsste. Das Argument, dem Versorger könnte im Fall einer Rückzahlung die Pleite drohen, lässt Woitzik, der auch selbst geklagt hat, nicht gelten. Er will "aus sicherer Quelle" erfahren haben, dass die evd bereits drei Millionen Euro für eventuelle Rückzahlungen beiseite gelegt hat.

Als 49-prozentige Anteilseignerin an den Kosten beteiligt wäre zudem die Kölner Rheinergie. Im Internet will Woitzik dafür Belege gefunden haben, dass die Kölner auf ihrem eigenen Gebiet Kunden, die zu viel gezahlt haben, unter der Hand abgefunden hätten. Diese außergerichtlichen Kulanzregelungen wollte der Kölner Versorger bisher aber nicht bestätigen.

(NGZ)