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Dormagen: Gaspreisdebatte: Grüne und Zentrum streiten

Dormagen : Gaspreisdebatte: Grüne und Zentrum streiten

Aus der Dormagener Politik kommen weitere Reaktionen auf den inzwischen öffentlich und politisch ausgetragenen Disput um etwaige "Gaspreisrückerstattungen" durch die evd.

Während sich Zentrum-Fraktionsvorsitzender Hans-Joachim Woitzik, der sich an die Spitze einer Bürgerinitiative gesetzt hat, die eine pauschale Erstattung fordert, "von der trotzigen Haltung der Rats- und Aufsichtsratsmitglieder Wiljo Wimmer (CDU) und Bernhard Schmitt (SPD)" enttäuscht zeigt, kritisiert Grünen-Fraktionschef Ingo Kolmorgen die politische Instrumentalisierung des Themas scharf.

"Offensichtlich geht es einigen Beteiligten hier nicht um eine gerechte Preisfindung, sondern um politisches Kalkül". Die Grünen verweisen auf die Folgen einer Erstattung für die städtischen Gesellschaften und den Gesamthaushalt. "Ich halte es für falsch, so zu tun, als könnten die Bürger die gesamten gezahlten Beträge zurückerhalten und am Ende gibt es noch eine eigene städtische Gesellschaft, am Ende steht dann das Preisdiktat der großen Versorger", meint Kolmorgen.

Woitzik hingegen versteht die Parteinahme für die evd nicht. "Für mich ist es unverständlich, dass sich die Politiker allein auf die Seite der evd schlagen und damit das von den Bürgern gerügte starre und ungerechte Verhalten der evd-Geschäftsführung unterstützen". Im Falle der Gaspreisentgelte fühlten sich die Bürger in ihrem Gerechtigkeitsempfinden verletzt, weil nur diejenigen Geld zurückerhalten, die sich auf dem Klageweg gegen die evd durchgesetzt hätten.

"Deshalb sollte die evd nun endlich die Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes akzeptieren und eine Rückerstattung der zu viel erhobenen Gaspreise in die Wege leiten, wie dies in gleichgelagerten Fällen von anderen Energieversorgern bereits geschehen ist", sagt Hans-Joachim Woitzik. Nur so könne der von der evd-Geschäftsführung beklagte Imageschaden beseitigt werden. Die Bürgerinitiative "Gaspreisprotest" zähle inzwischen mehr als 100 Personen, in den ersten Tagen seien bereits rund 450 Unterschriften eingegangen.

(NGZ/rl)