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Dormagen: Gaspreis-Kläger fordert: evd soll endlich zahlen

Dormagen : Gaspreis-Kläger fordert: evd soll endlich zahlen

Für die einen ist die Rechtslage sonnenklar, für die anderen noch völlig nebulös – auch nach den erfolgreich geführten Prozessen von Einzel- und Sammelklägern gegen die evd bleibt die Frage, ob, wann und in welcher Höhe der Energieversorger zu viel kassierte Beiträge erstattet.

Fernab juristischer Spitzfindigkeiten fordert Georg Manoussos, der seinen Prozess gegen die evd vor dem Amtsgericht Neuss gewonnen hat, endlich die Rückzahlung der "ohne Rechtsgrund eingenommenen Gelder". Obwohl im evd-Aufsichtsrat Juristen vertreten seien, werde Geld in sinnlosen Prozessen verschleudert – eine Position, die Verbraucherschützer und Anwälte teilen (die NGZ berichtete).

Manoussos fordert, auch Kunden zu entschädigen, die nicht klagen – und macht die Rückzahlung zur Vertrauensfrage. "Eine weitere Klagewelle wird das bereits zerstörte Vertrauen weiter erodieren lassen", meint er und appelliert nicht nur an die Geschäftsführung, sondern auch an den Aufsichtsrat des Versorgers. In dem sitzen Politiker, die abwägen müssen – zwischen juristisch als berechtigt eingestuften Privatinteressen der Bürger und Wähler und dem Wohlergehen nicht nur der evd, sondern der mit dem Energieversorger verbundenen Institutionen, also von SVGD, vom Eigenbetrieb der Stadt und von der Stadt selber. "Es ist traurig, dass unsere Kommunalpolitiker nicht unabhängig sind", findet Kläger Georg Manoussos.

Einer, der die Interessenkollision am eigenen Leib erlebt, ist Hartmut Aschenbruck. Er sitzt für die BfD im Dormagener Stadtrat und ist dazu verpflichtet, zum Wohle der Stadt zu agieren – was er als Mitkläger der Wohnungseigentümergemeinschaft 180 in Zons, die derzeit vor dem Landgericht gegen die evd antritt, streng genommen nicht tut. Aschenbruck sagt: "Ich muss als Ratsmitglied vor allem die Bürger vertreten."

(NGZ)