1. NRW
  2. Städte
  3. Dormagen

Fußball: Stadt Dormagen setzt auf Bestandsschutz für Kunstrasen

Kunstrasenplätze in Dormagen : Stadt setzt auf Bestandsschutz

Ein Granulat-Verbot auf Kunstrasen ab 2022 könnte vier Plätze betreffen.

Das mögliche Verbot von Kunststoffgranulat auf Kunstrasenplätzen durch die EU bewegt auch die Dormagener Sportvereine, insbesondere natürlich deren Fußballer. Immerhin gilt  Kunstrasen für sie seit vielen Jahren als Nonplusultra, wobei das mit der Stadt erarbeitete Programm 2022 abgearbeitet sein soll. Ist der Bestand nun gefährdet?  Was ist mit den noch ausstehenden Projekten ?

„Wir verfolgen die aktuelle Diskussion aufmerksam und setzen, wie andere Kommunen auch, darauf, dass es für die betroffenen Plätze Bestandsschutz geben wird“, kommentiert Stadt-Pressesprecher Max Laufer. Bei den „betroffenen Plätzen“ handelt es sich um die in Straberg, Nievenheim, Stürzelberg und Zons. Sie sind alle noch mit Kunststoffgranulat ausgestattet. Einer Studie  zufolge sind die rund 5000 Kunstrasenplätze in Deutschland die landesweit drittgrößte Quelle für Mikroplastik. Bundesinnenminister Horst Seehofer hat  angekündigt, auf eine sechsjährige Übergangsfrist zugunsten der Vereine hinwirken zu wollen.

Max Laufer zufolge setzt die Stadt weniger hierauf als vielmehr auf den auch auf EU-Ebene geltenden Grundsatz der Verhältnismäßigkeit. Sportplätze mit Kunstrasenbelag ab 2022 flächendeckend stillzulegen, wäre Laufer zufolge schlichtweg unverhältnismäßig. Derzeit gelte es, „sich interkommunal auszutauschen, um eine Lösung für die Vereine  zu finden“, betont er.

  • Auf dem neuen Kunstrasenplatz in Willich
    Diskussion um Mikroplastik : Wie es mit den Kunstrasenplätzen aussieht
  • Sieben Plätze werden zum Sanierungsfall : Gummi-Granulat: Kunstrasenplätze in Neuss betroffen
  • Tiefbauamtsleiter Harald Drescher (l.) und Thomas
    Ausbau Eifgen-Stadion : Kunstrasen-Platz mit Sand statt Granulat

Mit Blick auf ein etwaiges EU-Verbot aus dem Schneider ist der SSV Delrath, der seinen Kunstrasenplatz erst kürzlich offiziell in Betrieb genommen haben. Statt mit Granulat wurde dort mit Kork gearbeitet, das von einem Verbot nicht betroffen wäre. Kork wäre auch eine Alternative für die in Dormagen in den kommenden Jahren noch ausstehenden Kunstrasenprojekte. „Sand ist aber auch eine Option“, sagt Max Laufer, der gestern nicht auf Anhieb beziffern konnte, ob und wie viel dies teurer wäre als die bislang übliche Verwendung von Granulat.

Nach Delrath soll noch 2019 der Aschenplatz des inzwischen 100 Jahre alten RS Horrem mit Kunstrasen ausgestattet werden. 2020 soll Delhoven folgen, 2021 Gohr und 2022 Hackenbroich.