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Dormagen: Für Dormagen im Aufsichtsrat

Dormagen : Für Dormagen im Aufsichtsrat

André van Broich, Bayer-Betriebsrat am Standort Dormagen, über seine neue Aufgabe im Aufsichtsrat des Bayer-Konzerns, Zukunftsinvestitionen und die demographischen Herausforderungen

Herr van Broich, am 7. Februar haben Sie die 286 Delegierten als Arbeitnehmervertreter in den kommenden Aufsichtsrat des Bayer-Konzerns gewählt. Wie wollen Sie sich dieser Aufgabe stellen?

André van Broich Als Mitglied des Aufsichtsrats gehöre ich dem Organ an, das den Vorstand und den Geschäftsverlauf kontrolliert, und die strategische Planung des Unternehmens mitgestaltet.

Wird man für dieses Amt vorgeschlagen oder haben Sie sich dafür beworben?

van Broich Eigener Antrieb gehört natürlich dazu. Nominiert worden bin ich aber im Rahmen der IGBCE-Wahlkonferenz zur Aufstellung der Vorschlagsliste.

Rechnen Sie mit einer großen Zusatzbelastung durch die Aufgabe?

van Broich Das kann ich jetzt noch schwer abschätzen. Klar ist, dass im Jahr mindestens vier Aufsichtsratssitzungen anvisiert sind, auf die man sich im Vorfeld vorbereiten muss. Für diese Aufgabe hat man die Verpflichtung sich entsprechend fortzubilden und zu qualifizieren.

Wann treten Sie das Amt an, und was wollen Sie erreichen?

van Broich Gut ist, dass mit mir jetzt Dormagen als der größte Produktionsstandort wieder vertreten ist. Meine Ziele sind, dass weiterhin starke Investitionen in Deutschland getätigt werden und dass die breite Aufstellung des Konzerns erhalten bleibt.

Das heißt die Dreiteilung in die Sparten Pharma, Pflanzenschutz und Kunststoff?

van Broich Die Sparten stützen sich gegenseitig. So hat die stabile Aufstellung den Konzern gut durch das Krisenjahr 2008 geführt. Als etwa Bayer MaterialScience geschwächelt hat, wurde der Konzern durch die starke Pflanzenschutzsparte gestärkt; zwei Jahre später war es andersrum.

Das wichtigste Projekt am Standort ist der geplante Bau der TDI-Anlage.

van Broich Ich hoffe, dass die Bezirksregierung Köln uns bald die vorzeitige Baugenehmigung erteilt, damit wir bald anfangen können.

Die Einhausung wird kritisiert.

van Broich Vergleiche mit Dow Chemicals in Stade oder BASF in Ludwigshafen ergeben keinen Sinn. In den dortigen Anlagen wird mit einem völlig anderem Verfahren und höheren Drücken gearbeitet. In Dormagen produzieren wir mit der bei uns entwickelten Gasphasen-Technologie.

Sie vertreten als Betriebsratschef die Mitarbeiterinteressen in Dormagen.

van Broich Wir stehen vor der nächsten Tarifrunde und diskutieren über ein Plus von sechs Prozent. Außerdem geht es uns darum, den Demographie-Tarifvertrag weiterzuentwickeln. Inzwischen hat auch uns der Fachkräftemangel in den Produktionsberufen erreicht.

Jens Krüger führte das Gespräch

(NGZ/rl)