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Kommentar: Fünftausend Euro für den Dorffrieden

Kommentar : Fünftausend Euro für den Dorffrieden

Was ist die Alternative? Der ein oder andere Gohrer murrte bei der Vorstellung des Kappungsmodells im überfüllten Landgasthaus. Da schwangen noch alte Geschichten mit, ebenso Zweifel an der eigenen Betroffenheit.

Einen besseren Lösungsvorschlag als den, der präsentiert wurde, hatten sie nicht. Der Abend zeigte, dass dieses Kappungsmodell die Dorfgemeinschaft auf den Prüfstand stellen wird. Es wird zur Nagelprobe für die bisherige Solidargemeinschaft, weil es jetzt an die eigene Geldbörse geht. Da wird abgewogen, wer wie stark vom Grundwasseranstieg betroffen sein wird. Bürgermeister Peter-Olaf Hoffmann sprach zurecht von möglichen "Trittbrettfahrern", also denjenigen, die profitieren, ohne zu bezahlen. Die Gohrer dürften ein großes Interesse daran haben, dass genau dieses Szenario verhindert wird — es würde die Dorfgemeinschaft wahrscheinlich sprengen und das Klima auf Jahre vergiften. Der Preis von weniger als 5000 Euro sollte den 250 Eigentümern die eigene Sicherheit, die Wertsteigerung ihrer Immobilie und der Dorffrieden wert sein.

VON KLAUS D. SCHUMILAS

(NGZ/rl)