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Freude bei Mitgliedern in Dormagen: VR Bank zahlt Dividende trotz Corona

Freude bei Mitgliedern in Dormagen : VR Bank zahlt Dividende trotz Corona-Krise

Die Genossenschaftsbank in Dormagen und mit Hauptsitz in Monheim folgt damit nicht den Empfehlungen der Bankaufsicht Bafin und beschließt anders.

Die VR Bank trotzt der Bankenaufsicht und geht ihren eigenen Weg. Die Bundesanstalt für Finanzaufsicht (BaFin) hatte angesichts der Covid-19-Pandemie und der daraus zu erwartenden tiefen Rezession sowie der Gefahr von hohen Kreditausfällen die Notwendigkeit gesehen, dass Banken bis Oktober 2020 keine Dividende ausschütten und auch keine Ausschüttungsbeschlüsse herbeiführen. Dem folgt die VR Bank nicht und wird eine Dividende von fünf Prozent (für 2018: sechs Prozent, 2017: sieben Prozent) ausschütten. In diesen Genuss kommen unter anderem 11.126 Mitglieder im gesamten linksrheinischen Geschäftsgebiet (u.a. Dormagen, Rommerskirchen, Norf). VR Bank Dormagen hatte im Juni 2016 die Fusion mit der Raiffeisenbank Rhein-Berg in Monheim zugestimmt. Sitz der neuen „VR Bank eG“ ist Monheim.

Der Bundesverband der Volksbanken Raiffeisenbanken (BVR) hatte bereits im April diese Empfehlung als unverhältnismäßig und undifferenziert kritisiert, denn sie betrifft auch Genossenschaftsbanken, die – wie die VR Bank – im Jahr 2019 solide Erträge erwirtschaftet haben und gut kapitalisiert sind. Nach intensiver Diskussion und Abwägung aller Aspekte, ist die VR Bank der Empfehlung zunächst gefolgt. Die Vertreter der Bank hatten im Juli die Beschlussfassung auf Ende 2020 vertagt. Im November nun wurden die Vertreter zu einer neuen Beschlussfassung aufgerufen, um über die Verwendung des noch unverteilten Jahresergebnisses aus 2019 zu beschließen. „Wir freuen uns, dass der Beschlussvorschlag mehrheitlich angenommen wurde“, erklärt Rainer Hilgers von der VR Bank.

„So können wir – zusammen mit der schon im Juli beschlossenen Rücklagendotierung – unsere Eigenkapitalbasis weiter stärken“, freut sich Vorstandskollege Bernhard Schwarz. „Wir verschaffen uns somit beste Voraussetzungen in einem Umfeld, in dem zur Zeit alle Banken mit Ergebnisbeeinträchtigungen aus der Corona-Situation und aus dem Negativzinsumfeld rechnen müssen“, ergänzt Vorstandskollege Jörg Richter. 

Der VR Bank-Vorstand erläutert die Zahlen: „Die Investitionsbereitschaft unsrer Kunden in Immobilien blieb wie in den Vorjahren unverändert“, so Hilgers. Mit einer Erhöhung der Kundenforderungen von 5,6 Prozent auf 843 Millionen Euro wurde das gesetzte Ziel erreicht. Infolge der hohen Kreditnachfrage stiegen die Kreditzusagen von 48 Millionen auf 59,6 Millionen Euro an. Richter: „Im Einlagengeschäft, das einen Zuwachs von 78,7 Millionen Euro verzeichnete, wurde unsere Prognose deutlich übertroffen.“

Das bilanzielle Eigenkapital konnte  erhöht und damit „unsere ohnehin bereits gute Eigenkapitalposition weiter gestärkt werden“, sagte Hilgers. Bei einer Gesamtkapitalquote von 23,4 Prozent wird die für die VR Bank geltende Mindestgesamtkapitalquote von 13,3 Prozent mit ausreichendem Spielraum eingehalten. Hilgers: „Für das geplante Kreditwachstum in den kommenden Jahren verfügen wir damit über eine Eigenkapitalausstattung, die es uns ermöglicht, die Eigenkapitalanforderungen auch zukünftig einzuhalten.“