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Freizeit in Dormagen: Orientierungslauf durchs Mais-Labyrinth.

Freizeit in Dormagen : Orientierungslauf durchs Mais-Labyrinth

Auf dem Goldberger Hof von Simon Klein ist auf 15.000 Quadratmeter ein Dickicht aus zwei Meter hohe Pflanzen entstanden. Wer hier den richtigen Weg zum Ausgang finden will, muss gewieft sein.

Irren ist menschlich – aber hier sogar erwünscht. Neben über 30 Sorten saisonalem Gemüse zum Selberernten auf 120.000 Quadratmetern Feld bietet Landwirt Simon Klein vom Goldberger Hof nun auch Rätselspaß für Groß und Klein an. Auf 15.000 Quadratmetern hatte er die Maispflanzen dicht an dicht gesetzt. Im Lauf der Zeit ist ein undurchsichtiges Dickicht entstanden. „Es hat mich etwas Tüftelarbeit gekostet, aber letztendlich ist mit dem Mäher ein Labyrinth entstanden, das hinter jeder Abzweigung neue Herausforderungen birgt, zahlreiche Sackgassen und Verzweigungen enthält – wer den Weg nicht kennt, braucht etwa 30 Minuten, um den Ausgang zu finden.“

Schon beim Eintritt in das Maislabyrinth fühlt es sich an, als sei man in einer völlig anderen Welt gelandet. Der Wind streift durch die Blätter, es raschelt. Echte, gelbe Maiskolben sucht man hier allerdings vergebens, schließlich stehen die Pflanzen zu dicht und bekommen teilweise nicht genug Licht, um Früchte zu tragen. „Wo sonst sieben Pflanzen auf einem Quadratmeter stehen, sind es hier 20“, erklärt Simon Klein.

Der Landwirt geht nicht voraus, schließlich kennt er den Weg und will den Nervenkitzel nicht nehmen. Zunächst fühlt es sich ganz einfach an, geradeaus geht es durch ein Spalier aus zwei Meter hohen Pflanzen, dann rechts um die Ecke, wieder links - und schon wartet die erste Gabelung. Die Entscheidung für eine Richtung fällt schwer, denn die Orientierung ist bereits dahin. Der Bauer kann sich ein Schmunzeln nicht verkneifen, freut sich, dass seine Mühe sich gelohnt hat.

Bauer Simon Klein hat sich das Labyrinth ausgedacht. Hier stehen die Pflanzen viel dichter als normalerweise. Daher bilden sie keine Früchte. Foto: Vera Straub

Unterwegs treffen wir Leonie (12) und ihre Schwester Lara (10). Die beiden haben ihre eigene Taktik entwickelt: „Wenn wir uns verlieren, rufen wir uns und folgen unseren Stimmen, damit wir uns wiederfinden“, sagt Leonie, die nicht zum ersten Mal ein Maislabyrinth durchquert. Ihre Schwester hingegen geht die Sache etwas zögerlicher an: „Ich finde es gruselig, wenn Leonie nicht bei mir ist. Und der Mais ist zu hoch, um sie durch Hochsprigen zu finden.“

Gemeinsam geht es weiter und die Taktik der Schwestern geht auf: Nach einer guten Viertelstunde ist der Ausgang erreicht – ein gutes Ergebnis, wie uns Simon Klein bescheinigt. Sein Wunsch: „1000 Besucher im Maislabyrinth wären schön, um die Kosten zu decken. Ist die Resonanz gut, denke ich mir für nächstes Jahr gerne etwas noch Besseres aus.“

Wenn das Labyrinth genug Besucher lockt, gibt es 2021 ein größeres. Foto: Vera Straub

Während das Maislabyrinth abenteuerlustige Besucher lockt, wird ringsherum fleißig gearbeitet. Bohnen, Rotkohl, Spinat und Co. sind reif . Das Besondere: Wer will, kann selbst ernten, wer keine Zeit hat, kann das Gemüse aber auch an einem Stand kaufen. „Wir freuen uns über den großen Zuspruch, das sorgt schon für Erleichterung. Heute Abend kann ich gut schlafen“, sagt Simon Klein und lacht. Seit Anfang April sind er und sein Team mit den Vorbereitungen auf die Erntesaison beschäftigt. Und auch für die Kürbisernte hat der kreative Bauer bereits eine Idee: Am 10. August erwartet die Besucher eine große Kürbisausstellung der mehr als 60 gepflanzten Sorten, die dann mit der Schubkarre selbst vom Feld transportiert werden können, um zu Hause zu einem leckeren Herbstessen verarbeitet zu werden. Dazu wird eine riesige Strohpyramide gebaut, die die Kürbisse eindrucksvoll zeigen soll.