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Freizeit in Dormagen: Hereinspaziert ins Kasperletheater Zons

Freizeit in Dormagen : Hereinspaziert ins Kasperle-Theater Zons

Märchenfiguren, Kasperle, der Räuber Hotzenplotz oder das Krokodil: Nicht nur Kinder, auch Erwachsene sind begeistert von den 250 Handpuppen, die im Kreismuseum gezeigt werden.

Märchenfiguren, Kasperle, der Räuber Hotzenplotz oder das Krokodil – auf all diese guten alten Bekannten aus Kindertagen können kleine und große Spielzeug-Fans im Kreismuseum Zons treffen. Die Ausstellung ist in den ersten Tagen gut angelaufen, wie Museumsleiterin Anna Karina Hahn sagt: „Kinder und Erwachsene haben ihren Spaß. Es ist schön zu sehen, wie begeistert mehrere Generationen sind.“

Und das Kreismuseum Zons ist zum großen Kasperletheater geworden, das herrliche Kindheitserinnerungen weckt: Überall sind Handpuppen aus den vergangenen Jahrzehnten zu entdecken. Die Ausstellung „Kasper, König, Krokodil“ zeigt rund 250 Exponate aus der Sammlung von Irmgard und Christa Pastors – bis 10. Januar 2021. Liebevoll und mit viel Hintergrundinfos werden die Puppen in Zons präsentiert, die Dresdener Künstlerpuppen aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts werden sogar auf einer großen Märchenbühne dargestellt. Gezeigt wird ein Querschnitt der Entwicklung der Kasperpuppen von der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bis in die Gegenwart. Die erste Figur der beiden Sammlerinnen war ein Räuber: Irmgard Pastors kaufte 1990 in Quedlinburg mit DDR-Geld die „Dresdner Künstlerpuppe Räuber“. Seither hat die Sammelleidenschaft sie gepackt. „Wir sammeln  Handpuppen, weil jede Puppe einen besonderen Charakter hat und durch den Spieler die geschnitzte oder geformte Puppe lebendig wird“, so die 70 Jahre alten Zwillingsschwestern. Selbst hatten sie als Kinder keine Handpuppen – aber einen Onkel, der ihnen mit Kochlöffeln und Geschirrtüchern die tollsten Geschichten vorführte.

Aus den zunächst ausschließlich handgearbeiteten Puppen mit detailreicher Kleidung und Spitzenapplikationen wurde durch Massenherstellung nach und nach ein Serienprodukt mit einfach bedrucktem sackartigem Kleid. Spielbücher, Kassetten, Schallplatten, Quartette und Bilder ergänzen die Puppen.

Die Ausstellung soll Lust machen, sich wieder mit den oft vergessenen Kindheitsbegleitern zu beschäftigen. Die Figuren können mit einfachen Mitteln hergestellt und für phantasiereiches Spiel genutzt werden. „Das merken wir bei den Besuchern, die zu gern weiterspielen möchten“, so Museumsleiterin Hahn.