Frauenpower im Dormagener Phono-und Radio-Museum

Phono- und Radio-Museum : Von Sängerinnen, die Musikgeschichte schrieben

Eins haben Edith Piaf, Hildegard Knef, Ella Fitzgerald, Peggy Lee und Joan Baez gemeinsam: Sie alle schrieben als Sängerinnen Musikgeschichte.

Im Phono- und Radio-Museum veranstaltete Volkmar Hess am Sonntag einen Tanz- und Themennachmittag rund um die Frauen, die zwischen den 1930er und 1960er Jahren die Musikszene prägten.

Ob Rock und Pop von Nancy Sinatra und Joan Baez, Chansons von Edith Piaf und Hildegard Knef, Jazz von Ella Fitzgerald, Peggy Lee und Billie Holiday oder Gospel von Mahalia Jackson – die Vinyl- und Schellackplattensammlung von Volkmar Hess hat für jeden Besucher was zu bieten. Rund 35 Gäste waren der Einladung gefolgt und lauschten der Musik und Hess’ Erzählungen. „Ich freue mich, dass trotz des guten Wetters so viele Gäste gekommen sind,“ sagte er. „Diese großartigen Musikerinnen geraten leider immer mehr in Vergessenheit. Durch so eine Veranstaltung möchte ich an sie erinnern.“ Hess’ Sammlung umfasst 30.000 Schellack-Platten. „Da finden sich immer wieder Themen, denen wir einen solchen Nachmittag widmen können, dieses Mal eben ‚Frauenpower pur‘.“ Wie immer kamen auch tanzbegeisterte Besucher auf ihre Kosten. Freunde von Walzer, Swing und Boogie konnten zu der Musik von den „Kulturträgern und -botschaftern“, wie Hess Schallplatten auch nennt, so richtig loslegen. „Schallplatten waren früher die einzige Möglichkeit Musik zu speichern und zu verbreiten. Ohne sie wären Musiker damals niemals so erfolgreich geworden.“ Bei Kaffee und Kuchen saßen die Gäste rund um das DJ-Pult und trafen alte Bekannte. So, wie die Ehepaare Fürstenberg und Berger. Sie hatten gemeinsam Plätze reserviert und genossen die gute Musik, den guten Kuchen und das Miteinander. Das Ehepaar Berger gehört schon zu den Stammgästen des Museums. „Es ist wie ein Konzert im eigenen Wohnzimmer.“ Die Eheleute Danek sind zum ersten Mal da. „Wir wollten schon lange kommen. Das heute die Veranstaltung ist, wussten wir gar nicht.“

Am nächsten Sonntag widmet das Phono- und Radio-Museum einen Tag der DDR. „Es kommen Waffen- und Munitionssammler aus dem Raum Köln und wir spielen natürlich zeitgenössische Musik“, sagt Hess.

(rm)
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