1. NRW
  2. Städte
  3. Dormagen

Dormagen: Frauen mit Führungsqualität

Dormagen : Frauen mit Führungsqualität

Heute ist Weltfrauentag. Aus diesem Anlass stellt die NGZ drei Frauen vor, die in Dormagen gestalten und leiten: Feuerwehrchefin Sabine Voss, Dorothea Khairat, Leiterin der Verbraucherzentrale, und Dezernentin Tanja Gaspers.

Seit fast 100 Jahren wird am 8. März der Weltfrauentag begangen. Auch heute demonstrieren wieder weltweit Frauenorganisationen für Gleichberechtigung. Die NGZ stellt zum Frauentag drei Frauen vor, die über Arbeit und Einfluss sprechen – und ihr Verhältnis zu männlichen Kollegen.

Verbraucherschützerin Dorothea Khairat. Foto: Jazyk

Sabine Voss ist immer noch die große Ausnahme: Die 44-Jährige ist die einzige Frau in Deutschland, die eine Stadtfeuerwehr leitet. Die Brandoberrätin, die 2006 nach Dormagen wechselte, koordiniert im Büro die Arbeit der Wehr und rückt aus, wenn es brennt. Voss hat sich in einer Männerdomäne durchgesetzt – und glaubt, dass eine Frau als Chefin auch in Dormagen noch nicht selbstverständlich ist. "Man wird als Frau schon kritischer beäugt", sagt sie. "Ich muss mich immer wieder neu behaupten." Die Mutter von zwei Kindern glaubt, dass die Vereinbarkeit von Familie und Beruf für viele Frauen ein Hindernis ist. "Das ist immer ein Spagat", sagt sie. "Da ist die Gesellschaft noch nicht so weit."

Dormagens Dezernentin Tanja Gaspers Foto: Baum

Dorothea Khairat leitet die Verbraucherzentrale in Dormagen. Sie kümmert sich um Budget und Personal, vernetzt sich mit anderen Beratungsstellen und berät Konsumenten bei Rechtsfragen – aktuell oft wegen unlauterer Telefonwerbung. Die Diplom-Oekotrophologin, die seit 20 Jahren in verschiedenen Verbraucherberatungen gearbeitet hat, glaubt, dass die Verbraucherzentrale eine "klassische Frauendomäne" sei. "In beratenden Berufen arbeiten immer viele Frauen, und bei der Verbraucherzentrale gibt es flexible Arbeitszeiten, so dass sich Familie und Beruf gut vereinbaren lassen", sagt die 49-Jährige, die zwei Kinder hat.

Tanja Gaspers ist als neue Dezernentin bei der Stadt Dormagen oberste Verantwortliche etwa für die Schulverwaltung, den Hochbau oder die Rechtsabteilung. Seit 1993 arbeitet die 42-Jährige in Führungspositionen in der Verwaltung, seit diesem Jahr in Dormagen. "Ich hatte nie das Gefühl, benachteiligt worden zu sein", sagt sie. Im öffentlichen Dienst hätten es Frauen einfacher als in der Privatwirtschaft. Auf der höchsten Führungsebene seien die Männer aber trotzdem noch in der Überzahl. "Das könnte daran liegen, dass Männer besser netzwerken", meint Gaspers. "Da müssen wir Frauen nachziehen", sagt die Troisdorferin.

(NGZ)