"Frauen helfen Frauen": Plakat-Aktion in Dormagen gegen digitale Gewalt

Am Bahnhof Dormagen : Plakat-Aktion von „Frauen helfen Frauen“ gegen digitale Gewalt

Die Frauenberatungsstelle macht auf ihr Hilfsangebot für Frauen aufmerksam.

Mit einem Plakat am Bahnhof Dormagen macht die Frauenberatungsstelle auf ihr Hilfsangebot für Frauen aufmerksam, die von digitaler Gewalt und Cybermobbing betroffen sind. „Wir möchten den Frauen helfen, aus dieser belastenden Situation herauszufinden und Lösungen zu erarbeiten, wie sie sich wehren und das Erlebte verarbeiten können“, erklärt Janne Gronen, Geschäftsführerin der Frauenberatungsstelle im Rhein-Kreis Neuss. Mit den Vorstandsmitgliedern des Trägervereins „Frauen helfen Frauen“ Jutta Dubberke und Gerta van Oost sowie der Dormagener Mitarbeiterin Fleur König freut sich Gronen über die Unterstützung der Plakat-Aktion durch den Dormagener Bürgermeister Erik Lierenfeld, die Landtagsabgeordnete Heike Troles, die Dormagener Gleichstellungsbeauftragte Anja Hain und ihre Mitarbeiterin Fatma Dalkilic. 

In allen sieben Städten des Rhein-Kreises Neuss und der Gemeinde Rommerskirchen hat die Frauenberatungsstelle diese Anti-Cybermobbing-Plakate schalten lassen – eine landesweite Kampagne gegen digitale Gewalt. „Wir wollen die Frauen noch besser schützen und informieren“, sagt Heike Troles. Dass die Anonymität der digitalen Welt die Hemmschwelle herabsetzt für Angriffsformen, die auf Herabsetzung, Erpressung Rufschädigung, Nötigung und soziale Isolation abzielen, merken auch die Beraterinnen immer mehr. „Die Erscheinungsformen sind weitreichend und gehen von Beleidigungen über das gezielte Streuen falscher Informationen bis hin zu der Verbreitung privater Aufnahmen ohne Zustimmung“, so Gronen. Die Folgen der Gewalterfahrung gehen einher mit Gefühlen wie Scham, Angst, Hilflosigkeit und einer Erschütterung des Selbstwertgefühls.

In Dormagen nutzen knapp 120 Frauen jährlich das Beratungsangebot der Frauenberatungsstelle, dabei geht es zu 66 Prozent der Fälle um Gewalt. „Es sind rund 80 Frauen in Dormagen mit Gewalterfahrungen zu uns gekommen“, erklärt Fleur König. Da die Dunkelziffer nach kriminologischen Studien mit 80 Prozent berechnet werde, könne davon ausgegangen werden, dass rund 400 Frauen jährlich in Dormagen von Gewalt betroffen sind. „Es ist schlimm, dass wir überhaupt über Gewalt reden müssen“, sagte Bürgermeister Lierenfeld: „Wer Gewalt anwendet, zeigt, wie schwach er ist.“ Umso wichtiger sei es, auf Hilfsangebote aufmerksam zu machen. Weitere Infos unter www.fbst-ne.de und 02131 271378.