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Dormagen: Fortuna-Held aus Dormagen

Dormagen : Fortuna-Held aus Dormagen

Andreas "Lumpi" Lambertz ist bei Fortuna Düsseldorf Kapitän und Publikumsliebling. Seine Karriere begann unter anderem bei Bayer Dormagen. Geboren wurde der Mittelfeldspieler im Kreiskrankenhaus in Hackenbroich.

Es gibt dieses Bild: Ein junger Mann mit rotem Trainingsanzug reckt stolz eine Bengalische Fackel in die Höhe, als trüge er die Olympische Flamme. Sein Körper ist durchgestreckt wie bei einem Feldherrn aus dem Film "Ben Hur", die auf Pferdewagen ihre Runden in der Kampfarena drehen. Der Mann lacht voller Freude, während ein Mob um ihn herum ausrastet.

Der Mann ist Andreas "Lumpi" Lambertz, Fortuna-Kapitän und Publikumsliebling, angekommen auf seinem Karrierehöhepunkt nach dem zweiten Relegationsspiel gegen Herta BSC Berlin. Seine Wurzeln hat der Fußballheld in Dormagen, genauer gesagt: in Hackenbroich. Am 15. Oktober 1984 ist Lambertz in Kreiskrankenhaus an der Hackhauser Straße zur Welt gekommen.

"Meine Uroma hat in Dormagen gewohnt", erzählt Lumpi. Selbst gelebt hat er hier zwar nie, doch als Jugendspieler in den 90ern für den TSV Bayer die Fußballschuhe geschnürt. Nach Dormagen kommt der 27-Jährige heute nicht mehr häufig. "Die Stadt ist für mich weit weg", sagt Lambertz, den sein Weg über einige Stationen im Rhein-Kreis führte: VfR Neuss, die SG Orken/Noithausen, der TSV Norf — 2002 wechselte er schließlich zu Fortuna Düsseldorf.

Mit den Rot-Weißen hat er das Kunststück geschafft und ist von der Oberliga in die erste Bundesliga aufgestiegen. Das hat auch seinen Marktwert gesteigert. 1,5 Millionen Euro ist Lumpi laut der Internetseite "Transfermarkt" wert. Den Aufstieg spürt der 27-Jährige auf dem Platz deutlich. "Man merkt das am Tempo", sagt er. Bundesliga sei viel schneller, die Qualität der einzelnen Spieler viel höher. Da sei es wichtig, sich der Liga anzupassen.

Sein Erfolgsrezept? "Wichtig war für mich immer, dass mich mein Elternhaus unterstützt hat." Sein Vater habe ihn zu jedem Spiel kutschiert

Längst hat Lumpi Lambertz eine eigene Familie gegründet. Mit seiner Frau Steffi wohnt er in Korschenbroich. Die Familie hat einen Sohn (Collin) und eine Tochter (Caitlin). Andreas Lambertz ist sich seiner Vorbildfunktion bewusst — und auch er selbst hat zu Beginn seiner Karriere einem Spieler nachgeeifert, der ein wenig wie er selbst ist: Gerd Müller, der "Bomber der Nation" ist mit 1,76 Metern einen Zentimeter größer als Lambertz, wendig sind sie beide.

Zu Beginn der Saison hatte sich der 27-Jährige beim Pokalspiel eine Außenbandverletzung am Sprunggelenk zugezogen. Glück im Unglück: Für die Begegnungen gegen Augsburg und Mönchengladbach war Lambertz ohnehin gesperrt — wegen des Jubels mit der Bengalischen Fackel bei der Aufstiegsfeier. Inzwischen habe er aber längst wieder mit dem Training begonnen. Mittlerweile hat Fortuna vier Punkte auf dem Konto, Morgen geht es gegen den VfB Stuttgart.

Der Klassenerhalt ist das Ziel für die Fortuna. "Uns hat keiner auf der Rechnung, viele sehen in uns den ersten Absteiger", sagt Lambertz.

Es klingt wie eine Kampfansage.

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(NGZ/rl)