Fortuna Düsseldorf: Warum Dralon auf Fortunas Aufstieg hofft

Rot-weiße Utensilien: Warum Dralon auf Fortunas Aufstieg hofft

Der Hersteller von Acrylfasern aus dem Chempark Dormagen beschreitet beim Marketing neue Wege. Dabei geht es um Nachhaltigkeit, Umweltfreundlichkeit und neue Kommunikationsformen. Die Fußball-Bundesliga spielt auch eine Rolle.

Unmittelbar an der Stadtgrenze zu Köln erwartet man eigentlich nicht unbedingt Menschen, deren Herzen höher schlagen, wenn Fortuna Düsseldorf erfolgreich Fußball spielt. Im Chempark Dormagen dürfte es aber den ein oder anderen geben, der dem Team von Trainer Friedhelm Funkel die Daumen drückt, dass es mit dem Aufstieg in die Bundesliga klappt - jedenfalls in der Vorstandsetage der Dralon GmbH. Denn Acrylfasern aus deren Produktion werden auch in den Fanschals der Fortuna verarbeitet. Und die verkaufen sich nun mal besser, wenn die Mannschaft positiv auf sich aufmerksam macht.

Die rot-weißen Utensilien sind allerdings nur ein kleiner Bestandteil der Produktpalette von Dralon. Die Arcylfasern aus Dormagener (und Lingener) Herstellung, insgesamt 188.000 Tonnen pro Jahr, stecken außer in Sportartikeln in Arbeitskleidung, Kissen, Vorhängen, Decken und Teppichen. Der Löwenanteil, etwa 70 Prozent, wird in modischer Bekleidung verarbeitet, berichtet Marketingleiter Manfred Borchers. Beim Jahrespressegespräch des Chemparks Dormagen bei Dralon konnte sich auch Chempark-Leiter Lars Friedrich in einem Ausstellungsraum von der Vielfalt der Erzeugnisse aus Dralon-Fasern überzeugen.

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Dralon hat zwar eine lange Geschichte - die Bayer AG brachte 1954 unter dem Namen eine damals neuartige Polyacrylfaser auf den Markt -, doch um konkurrenzfähig zu bleiben, muss sich das Unternehmen stetig weiterentwickeln, wie Borchers deutlich machte. Das schlägt sich beim Marketing nieder in der Aufteilung in "Dralon-Welten" nach Anwendungsbereichen (Outdoor, Home, Fashion, Sports, Work), aber auch in der Besetzung bestimmter Werte, die potenzielle Kunden mit dem Unternehmen in Verbindung bringen sollen. So wird der Fokus auf nachhaltige und umweltfreundliche, entgiftete Produkte gelegt, ebenso lässt sich Dralon mit Zertifikaten gesellschaftlich verantwortungsvolles Handeln bescheinigen. "Wir können mehr als warme Bekleidung", betonte Borchers. Zumal es mittlerweile leichte Stoffe für alle vier Jahreszeiten gibt.

"Online-Verkäufe gehen rasant nach oben", berichtete der Marketingleiter. Um gerade die jüngere Generation anzusprechen, werden Soziale Medien genutzt. "Bei einer Modenschau haben wir 14 Bloggerinnen zur Berichterstattung eingesetzt und damit mehr als 700.000 Menschen erreicht", erzählte Borchers. Er weiß aber: "Am nächsten Tag ist das Geschichte. Wir müssen also weitermachen." Mitunter geschieht Marketing bei Dralon noch im direkten Kontakt: Unlängst waren Studenten der Textilhochschule Niederrhein zu Gast, denen die Vorteile von Polyacrylfasern nahe gebracht wurden.

(ssc)
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