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Dormagen: Förster zeigt "Praktikanten" den Wald

Dormagen : Förster zeigt "Praktikanten" den Wald

Revierförster Theo Peters gibt Einblicke in seine Arbeit. 16 Dormagener lernten am Wochenende bei einem Praktikum den Knechtstedener Wald kennen. Dort legten sie selbst Hand an und erfuhren, wie eine Bewirtschaftung funktioniert.

Die Baumkronen schwanken vom Wind getrieben leicht hin und her, die Blätter der Sträucher rasseln bei kleinen Böen und irgendwo zwitschern Vögel ein kleines Konzert — der Knechtstedener Wald lebt. Revierförster Theo Peters hat immer ein Auge auf das knapp 1200 Hektar große Waldareal. 16 Dormagenern hat er am Samstag im Rahmen eines kleinen "Waldpraktikums" die Arbeiten eines Försters näher gebracht und Verständnis für den natürlichen Lebensraum vermittelt.

"Zuerst erkläre ich den Interessierten einiges über den Knechtstedener Wald. Und dann soll es auch schnell in die Praxis übergehen", sagt Theo Peters, der mehrmals im Jahr Führungen durch "seinen" Wald anbietet. So bestehe der Knechtstedener Wald etwa zu 19 Prozent aus Laubgehölzern und sei ein Lebensraum für zahlreiche Tierarten. Und dort gibt es weitaus mehr zu entdecken, als so mancher vermuten mag: Von Mammutbäumen bis hin zu 200 wild lebenden Rehen ist dort so ziemlich alles vertreten, was einen alten, gut gepflegten Wald ausmacht.

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Doch Wald — das ist nicht nur Natur, die sich selbst überlassen wird. "Wald bedeutet auch ein gewisses Maß an Bewirtschaftung, Pflege und Schutz", erklärt Marc Pellekoorne, Vorsitzender der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald. "Bäume, die sich in keinem guten Zustand befinden, versuchen wir möglichst abzuholzen", sagt Förster Theo Peters, weil die noch wachsende Bäume an der Entwicklung hindern könnten.

So durften auch die "Waldpraktikanten" zur Farbsprühdose greifen und kaputte Bäume mit einem roten Punkt, gut erhaltene Bestände mit einem grünen Kreis oder Bäume, in denen Vögel brüten, mit einem gesonderten Symbol kennzeichnen. "Der Wald ist eine Lebensgrundlage des Menschen", sagt der 57-jährige Förster. "Kaum jemand nutzt nicht regelmäßig Papier, Möbel oder andere Gegenstände, die aus dem Rohstoff Holz hergestellt werden. Wenn dann aber einige Bäume im Wald abgeholzt werden, ist die Aufregung groß", sagt Peters, der das Bewusstsein für die Bedeutung einer Bewirtschaftung verstärken möchte. "Jedes Jahr verzeichnet der Knechtstedener Wald einen Holzzuwachs von etwa 8000 Kubikmetern. Nur 4000 Kubikmeter, also die Hälfte, holzen wir in etwa ab. Die alten Stämme werden dann zu Möbeln, Bauhölzern oder anderen Dingen weiterverarbeitet", erzählt der Delhovener, der sich seit 1990 um den Knechtstedener Wald kümmert. Der Baumbestand steige also stetig an. Natürlich tragen auch die "Waldpraktikanten" einen Teil zur Bewirtschaftung bei und pflanzen etwa 50 Buchen im Schatten einiger dicht gewachsener Mammutbäume mitten im Wald ein.

Auch das Thema Jagd kommt dabei nicht zu kurz: Theo Peters zeigt einen Hochsitz, von dem aus Jäger eine große Fläche im Blick haben und bei der Jagd den Bestand von Rehen, Wildschweinen und anderen Tieren auf einem von den Behörden festgelegten Level halten können. "Das ist wichtig, weil sich die Tiere sonst zu schnell vermehren und neu entstehende Pflanzenwelten fressen", sagt Marc Pellekoorne. Der Fachmann erklärt mit Förster Theo Peters auch, warum es sinnvoll ist, Äste zu kappen: "Wir wollen möglichst breite und hohe Stämme ziehen, die wenige Äste haben." Dies sei bedeutsam für die Möbelproduktion, weil Astlöcher dabei unvorteilhaft sein können.

(NGZ)