Dormagen: Firmen ringen um Azubis

Dormagen : Firmen ringen um Azubis

Noch finden die Dormagener Unternehmen neue Auszubildende. Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels wird das Bewerberfeld jedoch kleiner. Mit besonderen Konzepten wird für die Ausbildung geworben.

Probleme seine jährlich drei bis sechs Ausbildungsstellen zu besetzen, kennt Hans Dieter Lehnhoff nicht. "Ehemalige Praktikanten oder Schüler, die bereits im Ringcenter gearbeitet haben, bewerben sich bei uns", sagt der Geschäftsführer. Er ist froh, dass die Besetzung seiner Ausbildungsstellen ein Selbstläufer ist — im Gegensatz zu vielen anderen Unternehmen in der Stadt. Mit gezielten Angeboten und Kampagnen gehen die Betriebe auf Azubi-Suche.

"Insgesamt wird die Zahl der Bewerber kleiner", sagt Monika Adler-Schoos. Die Personalleiterin der VR Bank Dormagen beklagt, dass viele Bewerbungen zudem standardisiert seien und Fehler aufweisen. "Ich freue mich immer, wenn ein Bewerber Wert auf etwas Individualität legt", erklärt sie. Diese spreche oft dafür, dass die Schüler die Ausbildungsstelle auch wirklich haben wollten. "Dennoch haben wir bisher immer gute Bewerber gefunden", ergänzt Adler-Schoos.

Größter Ausbilder in Dormagen sind die im Chempark organisierten Unternehmen. "Die gefragtesten Berufe bei uns sind Chemikant und Chemielaborant", macht Currenta-Sprecherin Bettina Pöhler deutlich. An Chemikanten herrsche auch der größte Bedarf. Die Bewerberzahlen bei Currenta, dem Betreiber der Chemparks, sind noch stabil. "Wir bereiten uns jedoch auch darauf vor, dass das einmal anders werden könnte", sagt sie unter anderem vor dem Hintergrund des demografischen Wandels.

Mit besonderen Projekten und dualen Studiengängen versuchen Dormagens Unternehmen auf sich aufmerksam zu machen. So nehmen zwei Azubis der VR Bank an einem integrierten Studium teil. "Sie absolvieren eine zweijährige Bankausbildung und gleichzeitig ein vierjähriges Bachelor-Studium", erläutert Adler-Schoos. Currenta setzt mit dem Starthilfeprogramm auf Qualifizierung. "Wir machen Schulabgänger für die Ausbildung fit", sagt Pöhler. "In Rechtschreibung und Mathematik schulen auch wir", erklärt Lehnhoff. Besonders in diesen Bereichen hätten Bewerber häufig Schwächen.

"Die Unternehmen müssen kompromissbereit sein, besonders im Hinblick auf Noten. Gespräche und Tests mit den Bewerbern sind ratsamer, als alleiniges Aussieben auf Notengrundlage", erklärt Michael Sarwas, Berufsberater der Agentur für Arbeit. Er ist optimistisch, dass die Dormagener Unternehmen dann auch ausreichend geeignete Bewerber fänden.

(NGZ/rl)
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