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Dormagen: Findelkind: NGZ-Leser sind für Babyklappe

Dormagen : Findelkind: NGZ-Leser sind für Babyklappe

Von der Mutter, die am Wochenende ihr erst wenige Stunden altes Baby vor einer Haustür in Rheinfeld ausgesetzt hat, fehlt weiterhin jede Spur. Mehr als "vage" Hinweise sind bei der Polizei bislang noch nicht eingegangen, erklärte am Dienstag eine Sprecherin.

Das Jugendamt appelliert eindringlich an die Kindsmutter sich mit der Behörde "vertraulich" in Verbindung zu setzen. Das neugeborene Mädchen wird weiterhin im Lukaskrankenhaus versorgt und ist wohlauf.

In der mehr als 25-jährigen Geschichte des Dormagener Jugendamtes handelt es sich um den ersten Fall eines Findelkindes. Nicht nur, weil es ein Einzelfall sei, hält Jugenddezernent Gerd Trzeszkowski nichts von der Idee, eine Babyklappe einzurichten. "Die Babyklappe ist keine Alternative." Es gibt die Möglichkeit der anonymen Geburt, bei der Mitarbeiter des Jugendamtes Schwangeren in Notlagen zur Entbindung begleiten.

Unter den NGZ-Lesern, die sich bei uns gemeldet haben, halten die meisten die Einrichtung einer Babyklappe für "sinnvoll", wie Leser Rainer Padberg schreibt. Eine andere Leserin meint: "Die Babyklappe gibt verzweifelten Frauen zumindest die Möglichkeiten, nicht auch noch Täterin zu werden."

Leserin Ursula Loux-Schorsch meint: "Das Angebot der Krankenhäuser, eine anonyme Geburt anzubieten, empfinde ich als Mittel der Wahl überhaupt — für Kind und Mutter." Eine Babyklappe an geeigneter Stelle im Stadtgebiet anzubieten, sei ergänzend dazu aber sehr wichtig.

Das Jugendamt Dormagen hat mittlerweile die Vormundschaft für das Findelkind übernommen. Sobald das Baby aus dem Krankenhaus entlassen wird, kommt es vorübergehend in einer Pflegefamilie unter. Nach zwei Monaten wird über eine mögliche Adoption entschieden.

Die Suche nach der Mutter läuft aber noch auf Hochtouren. Das Jugendamt möchte "gerne mit ihr erörtern, ob alternativ zur Adoption nicht doch die Möglichkeit besteht, dass das Kind bei ihr groß wird", erklärt Amtsleiterin Martina Hermann-Biert. Unter 02133-257522 sei sie für die Kindsmutter vertraulich zu erreichen.

(NGZ)