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Dormagen: Finanzamt: Chaos nach Umzug?

Dormagen : Finanzamt: Chaos nach Umzug?

Die Neuordnung der Finanzämter hat auch für Dormagen Folgen: Alle Steuernummern werden geändert. Unklar ist, ob die Arbeitnehmer darüber informiert werden. Die Zukunft der Dormagener Außenstelle entscheidet sich bald.

Fast fertig ist der Neubau des Finanzamts in Grevenbroich, das künftig auch die Dormagener Bürger betreut. Knapp 290 Mitarbeiter arbeiten in dem Gebäude an der Merkatorstraße. Am 21. März beginnt der Umzug, "am 4. April soll der Publikumsverkehr starten", sagt Bärbel Dahmen, Vertreterin der Vorsteherin für die Finanzämter Grevenbroich und Neuss I. Die Folgen sind weitreichend: Sämtliche Steuernummern werden geändert, wenn im Rahmen der Fusion aus den Finanzämtern Neuss I und II und Grevenbroich zwei werden.

Offen ist die Frage, wie der Steuerzahler von all den ab April gültigen Änderungen erfährt. "Auf Anweisung des Finanzministeriums sollen nur Unternehmer ein Schreiben mit Infos erhalten, welches Finanzamt für sie zuständig ist und wie die neue Steuernummer lautet – die 120 000 Arbeitnehmer dagegen nicht, das ist ein Unding", empört sich Tom Mostert, Vorsitzender des Ortsverbandes Neuss II der Deutschen Steuer-Gewerkschaft. "Da wird von Bürgerfreundlichkeit geredet – und dann bei der Information der Rotstift angesetzt. Die Umstrukturierung kostet einen zweistelligen Millionenbetrag. Da darf es an etwa 60 000 Euro fürs Porto nicht fehlen", so Mostert.

Die drei betroffenen Ortsverbände der Gewerkschaft befürchten erheblichen Ärger beim Bürger. Mostert: "Wenn Bürger bei der Steuererklärung ihre neue Nummer nicht kennen, müssen wir diese personalintensiv heraussuchen, die Bearbeitungszeit verlängert sich." Im Finanzministerium erklärt Pressereferent Daniel Moritz: "Die Bürger werden durch Aushänge und Medien informiert. Ob Arbeitnehmer vor der Fusion einzeln angeschrieben werden, ist noch nicht entschieden." Kosten und Nutzen müssten sorgfältig abgewogen werden. Spätestens mit dem nächsten Steuerbescheid werde die Nummer allen mitgeteilt.

Vor der Fusion am 1. April entscheidet sich auch, ob die Außenstelle des Finanzamts in Dormagen erhalten bleibt. Noch vor wenigen Tagen hatte der CDU-Fraktionsvorsitzende Wiljo Wimmer appelliert: "Ich kann nur alle Bürger in Dormagen auffordern, von den Möglichkeiten des Bürgerbüros des Finanzamtes Gebrauch zu machen." Nur durch hohe Nutzer- und Fallzahlen ließe sich gegenüber der Landesregierung der Bedarf nachweisen.

Derzeit wird die Nutzung der Außenstelle im Neuen Rathaus evaluiert. "Ob sie erhalten bleibt wird noch vor der Fusion am 1. April entschieden", bestätigte ein Sprecher des NRW-Finanzministeriums gegenüber der NGZ. Künftig gebe es eine so genannte Service- und Informationsstelle (SIS) im Finanzamt Grevenbroich. Die Beratung in der Außenstelle wäre dementsprechend nicht mehr notwendig.

(NGZ)