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Dormagen: Feuerwehr wirbt für Rauchmelder im Haus

Dormagen : Feuerwehr wirbt für Rauchmelder im Haus

Die Feuerwehr möchte noch vor Ablauf der Übergangsfrist bis 2017 die lebensrettenden Rauchmelder den Bürgern nahebringen.

Die Zahlen sind erschreckend: Jeden Monat verunglücken im Schnitt 35 Menschen tödlich durch Brände, die meisten in den eigenen vier Wänden. "Die Mehrheit stirbt an einer Rauchvergiftung, zwei Drittel aller Brandopfer werden nachts im Schlaf überrascht", zitiert Feuerwehrleiterin Sabine Voss die Informationsbroschüre "Rauchmelder retten Leben", mit der die Feuerwehr für eine flächendeckende Nutzung von Rauchmeldern wirbt.

Ab 1. Januar 2017 müssen alle Wohnungen in NRW zumindest in Schlafzimmern und Fluren mit Rauchmeldern ausgestattet sein. So lange gilt eine Übergangsfrist. "So lange sollte aber niemand warten", weist Sabine Voss darauf hin, schnellstmöglich dafür zu sorgen, dass bei einem Brand ein akustisches Signal die Bewohner warnt. "Sie werden durch Rauch nicht wach, drei bis vier Atemzüge reichen aus, um an Rauchvergiftung zu sterben", macht die Feuerwehrchefin klar. So gab es vor zwei Jahren in Rheinfeld den glücklichen Fall, dass sich eine Familie, durch Rauchmelder geweckt, vor dem Ersticken retten konnte.

Nicht so viel Glück hatte die Seniorin, die am Dienstag nach einem erloschenen Feuer in ihrer Wohnung im Betreuten Wohnung der Senioren-Residenz Alloheim tot aufgefunden wurde. "Das ist ein sehr tragisches Unglück, das uns tief erschüttert hat", erklärte Alloheim-Leiterin Melanie Ulrich. In der Wohnung sei kein Rauchmelder installiert gewesen — im Gegensatz zum Pflegebereich des Alloheims, in dem jedes Zimmer und jeder Flur mit einem solchen Gerät ausgestattet sei. "Wir weisen die eigenständigen Mieter beim Einzug auf die Rauchmelder hin und bieten Hausmeister-Hilfe für die Anbringung an", erklärt Ulrich, die nun auch die Flure des Anbaus, in dem das "Betreute Wohnen" untergebracht ist, mit Rauchmeldern ausstatten lassen will.

Eine Praxis, wie sie laut Corinna Dönges, Leiterin Kommunikation der St.-Augustinus-Kliniken, auch im St.-Augustinushaus in Dormagen üblich ist: "Wir haben in jedem Zimmer der Bewohner, auf allen Fluren und in den Gemeinschaftsräumen Rauchmelder, die bei Rauch und Hitze anschlagen und auch regelmäßig auf ihre tadellose Funktion überprüft werden."

Denn mit der Anbringung im Zimmer ist es nicht getan, wie Feuerwehrleiterin Sabine Voss betont: "Sie müssen gewartet und abgelaufene Batterien getauscht werden." Auch auf die richtige Position kommt es an: Mittig im Raum unter der Decke angebracht und frei zugänglich, um den Rauch auch aufzunehmen, der nach oben steigt. "Auf dem Nachttisch, knapp über einem Schrank oder gar in der Schublade liegend, hilft der Rauchmelder nichts", erklärt Sabine Voss, die darum wirbt, dass VDS- oder Tüv-geprüfte Geräte gekauft werden. "Die Feuerwehr berät die Bürger gern bei Fragen und schaut im Zweifel auch mal die Räume an", so Voss.

Die Feuerwehr plant bundesweit zum "Tag des Rauchmelders" — an jedem Freitag, den 13. — spezielle Informations-Kampagnen, die für September oder Dezember in Dormagen auch im Zusammenspiel mit der Werkfeuerwehr von Currenta in Planung sind.

(NGZ)