Feuerwehr-Nachwuchs in Dormagen

Jugendfeuerwehr: Der Feuerwehr-Nachwuchs „boomt“

Die Dormagener Feuerwehr tut viel dafür, dass ihre Kinder- und Jugendfeuerwehr attraktiv ist, um möglichst vielen jungen Mitgliedern eine abwechslungsreiche Freizeitaktivität zu bieten und neue Nachwuchskräfte zu erhalten.

Die Jugendfeuerwehr ist die wichtigste Nachwuchsquelle für die Feuerwehr in Dormagen. „Jedes Jahr bleiben mehr als eine Handvoll Jugendlicher bei uns und treten dem aktiven Dienst bei“, erzählt Feuerwehr-Chef Bernd Eckhardt. „Diese sind hochmotiviert und haben bereits Teile der Grundausbildung absolviert“, fügt Stefan Kemper, Freiwilligen-Koordinator der Feuerwehr Dormagen hinzu. In ihrer Zeit bei der Jugendfeuerwehr bekommen die Zehn- bis 18-Jährigen unter anderem Einblicke in die Grundlagen der Brandschutzerziehung, der Ersten Hilfe, wie sie sich im Falle eines Brandes richtig verhalten und außerdem lernen sie das korrekte Absetzen eines Notrufes. „Sie bekommen schon eine praktische und theoretische Ausbildung – natürlich altersgerecht angepasst“, erzählt Eckhardt. Dafür erhalten sie selbstverständlich auch ihre eigene Uniform und Schutzkleidung sowie einen Helm.

Um die Jugendfeuerwehr gegenüber anderen Freizeitveranstaltungen interessanter zu gestalten, bietet die Feuerwehr Dormagen viele Aktivitäten neben der eigentlichen Ausbildung. So gibt es ein großes Pfingstzeltlager, an dem alle Jugendgruppen aus dem Rhein-Kreis Neuss teilnehmen, häufig werden auch Ausflüge unternommen. „Es geht um Spiel und Spaß neben der Ausbildung. Damit wollen wir die Sozialkompetenz und den Zusammenhalt fördern“, so Eckhardt.

Zurzeit hat die Jugendfeuerwehr 103 Mitglieder, verteilt auf die verschiedenen Löschzüge von Dormagens Stadtteilen. „Mit dem Erreichen der Altersgrenze von 18 Jahren können diese automatisch in die Einsatzabteilung wechseln“, sagt Kemper. „Die Mitglieder der Jugendfeuerwehr kommen aus ganz unterschiedlichen Gründen zu uns“, erzählt Eckhardt. „Die meisten kommen durch ihre Familien, Freunde und Bekannten, aber wir machen auch Werbung in Schulen, haben eine Facebookseite, und es gibt Tage der offenen Tür.“

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Damit die Jugendfeuerwehr auch bei den älteren Jugendlichen attraktiv bleibt, dürfen sie ab 16 Jahren bei einigen Einsätzen dabei sein. „Damit gestalten wir es insgesamt attraktiver, weil mehr Action stattfindet und größere Geräte zum Einsatz kommen“, erzählt Eckhardt. „So bekommen sie noch bessere Eindrücke vom aktiven Dienst und sie können bei den Einsätzen unterstützen.“

Bei den „erwachsenen“ Feuerwehrleuten sind auch einige Mitglieder, die schon seit dem Jugendalter der Feuerwehr angehören. Beispielsweise der Löschzugführer aus Zons, Axel Hesseln, ist im Jahr 1985 der Jugendfeuerwehr beigetreten. Heute ist er Einheitsführer einer 55-köpfigen Truppe. Olaf Kemper vom Löschzug Gohr, der sich heute als Jugendwart um den Nachwuchs kümmert, ist 1996 der Jugendfeuerwehr beigetreten. Beide sind ehrenamtlich für die Feuerwehr tätig. „Aber auch bei den hauptamtlichen Mitgliedern gibt es zahlreiche, die nach ihrer Mitgliedschaft zunächst in die ehrenamtliche Einsatzabteilung ihres Löschzugs gewechselt sind“, weiß Kemper. „Später haben sie dann ihr Hobby zum Beruf gemacht.“ „Rund 60 Prozent der Jugendfeuerwehrleute bleiben nachher bei der Feuerwehr“, schätzt er. Da das Verhältnis zwischen Jungen und Mädchen in der Jugendfeuerwehr relativ ausgeglichen ist, wird mit der Übernahme eines Jahrgangs in die Einsatzabteilungen auch der Frauenanteil größer. „Noch ist er nicht so hoch, aber das ändert sich mit jedem Jahr“, so Kemper.

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