1. NRW
  2. Städte
  3. Dormagen

Dormagen: Feuerwehr-Ehrenamtler sollen mehr Geld erhalten

Dormagen : Feuerwehr-Ehrenamtler sollen mehr Geld erhalten

Neben Investitionen in Feuerwehrgerätehäuser und Fahrzeuge sollen auch die Feuerwehr-Ehrenamtler mehr gefördert werden. Statt der angedachten "Feuerwehr-Rente" könnte es ab 2019 eine etwas höhere Aufwandsentschädigung geben.

Bei der Eröffnung des Anbaus des Straberger Feuerwehrgerätehauses am Sonntag hatte Bürgermeister Erik Lierenfeld auf die Notwendigkeit hingewiesen, das "Feuerwehr-Ehrenamt nachhaltig zu stärken". Daher investiere die Stadt in Gerätehäuser und Fahrzeuge, "um unsere Feuerwehr zukunftsfest zu machen und die Sicherheit unserer Stadt zu gewährleisten", so Lierenfeld.

Dem neuen Brandschutzbedarfsplan, der dem Hauptausschuss in der Sitzung vom Dienstag, 24. April, um 17.30 Uhr im Ratssaal vorgelegt wird, ist zu entnehmen, dass die so genannte Tagesverfügbarkeit der Ehrenamtler werktags in der Zeit von 6 bis 18 Uhr in den einzelnen Löschzügen sehr unterschiedlich ausfällt. Da soll unter anderem der geplante Neubau des Gerätehauses in Stürzelberg die Erreichbarkeit von Bränden in St. Peter und Delrath verbessern.

Durch die gemischte Alterzusammensetzung aller Dormagener Löschzüge sieht das Gutachten grundsätzlich die Chance, dass "altersbedingte Abgänge somit durch gute Nachwuchsarbeit und Mitgliedergewinnung ausgeglichen werden" können. Wenn die Mehrzahl der Einsatzkräfte jedoch älter als 40 Jahre sei, wie in Delhoven und Gohr, müsse diese Entwicklung beobachtet werden, so die Experten im Brandschutzbedarfsplan, der in enger Abstimmung mit der Feuerwehrkommission - Vertreter der Ratsfraktionen, der Verwaltung, des Personalrates und der Wehrleitung - und nach intensiver Beteiligung der Löschzüge unter Projektleitung der Firma Forplan entstanden ist.

Beim Feuerwehrehrenabend Ende 2017 hatte Feuerwehr-Chef Bernd Eckhardt als wertschätzendes Element eine "Feuerwehrrente" oder ähnliche Anreize für Feuerwehrkräfte ins Spiel gebracht. In der Beratungsvorlage für Hauptausschuss und Rat ist nun der Vorschlag enthalten, als Maßnahme zur "Förderung des Ehrenamtes" statt einer Art Rente nun für die aktiven Feuerwehrleute die Aufwandsentschädigung zu erhöhen. "Im Rahmen einer Führungskräfteklausurtagung mit den Löschzugführern ergab sich jedoch ein einheitliches Meinungsbild, dass eine größere Wirkung mit einer Erhöhung der aktuellen Aufwandsentschädigung zu erzielen sei", erklärt der Erste Beigeordnete Robert Krumbein in der Beratungsvorlage. Diese Aufwandsentschädigung beträgt seit 2014 47.000 Euro im Jahr, davor lag sie drei Jahre lang bei 50.600 Euro. Nun soll sie um 13.000 Euro auf dann 60.000 Euro im Jahr steigen. Denn aufgrund steigender Mitgliederzahlen der Feuerwehr reduzierte sich der Pro-Kopf-Betrag, der bei den einzelnen Feuerwehrleuten ankam, stetig von 180 Euro im Jahr 2011 bis auf 154 Euro im vergangenen Jahr. Das soll sich ändern: "Die Verwaltung schlägt deshalb als einen ersten Schritt zur besseren Förderung des Ehrenamtes bei der Feuerwehr vor, ab dem Haushaltsjahr 2019 für die aktiven Mitglieder der Feuerwehr einen Betrag von 200 Euro bereitzustellen", so Krumbein.

Doch nicht nur mit einer kleinen Anhebung der Aufwandspauschale soll das Ehrenamt gestärkt werden. Ausdrücklich sind im Brandschutzbedarfsplan auch andere Maßnahmen aufgelistet wie Unterstützung bei der Suche von Arbeitsplätzen im näheren Umfeld, Ehrungen und Beförderung bei guten Leistungen und Engagement, Entlastung ehrenamtlicher Kräfte bei Verwaltungsaufgaben. Aber auch Kostenersatz für spezielle Funktionsträger, finanzielle Unterstützung bei Freizeittätigkeiten, die dem Feuerwehrdienst zugute kommen, oder Altersvorsorge für Feuerwehrkräfte.

(NGZ)