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Dormagen: Feuerwehr-Anzeigen sind umstritten

Dormagen : Feuerwehr-Anzeigen sind umstritten

Werbekampagne der Dormagener Feuerwehr wird im Netz heftig diskutiert. Die Meinung geht von "großartig", "witzig", "toll", "klasse", "cool", "zeitgemäß", "lustig", "spitze" bis hin zu "niveaulos", "sexistisch", "peinlich", "geschmacklos" oder "dämlich" – die Anzeigenkampagne der Dormagener Feuerwehr polarisiert, wobei die Mehrheit der Kommentare auf Facebook und in den E-Mails, die die NGZ-Redaktion erreichten, positiv ist.

Werbekampagne der Dormagener Feuerwehr wird im Netz heftig diskutiert. Die Meinung geht von "großartig", "witzig", "toll", "klasse", "cool", "zeitgemäß", "lustig", "spitze" bis hin zu "niveaulos", "sexistisch", "peinlich", "geschmacklos" oder "dämlich" — die Anzeigenkampagne der Dormagener Feuerwehr polarisiert, wobei die Mehrheit der Kommentare auf Facebook und in den E-Mails, die die NGZ-Redaktion erreichten, positiv ist.

So schreibt Gaby Jäger (58) aus Delhoven, dass diese freche Werbung die jungen Leute anspreche. Das sieht Klaus Kremer (54) aus Korschenbroich genauso: "Jugend kann man mit solchen Slogans gewinnen." Hansjörg Behnen aus Dormagen meint: "Jeder Werbefachmann wird bestätigen, dass die Zielgruppe sehr gut angesprochen wurde." "Witzig" nennt auch Ina Hohn die Werbung und schreibt: "Als emanzipierte Frau sollte man darüber stehen, dass die holde Maid gerettet werden muss." Wer die Sprüche falsch interpretiere, sei weltfremd, sagt der 67 Jahre alte Dormagener Herbert Nowka am Telefon. Günther Stohmann aus Neuss findet die Kampagne "großartig" und wünscht ihr viel Erfolg.

Michael Fürkötter aus Wuppertal gratuliert Feuerwehrchefin Sabine Voss: "Tolle Maßnahme, die Sie mit ihren Leuten entwickelt haben." Und Berthold Reinartz, DRK-Ortsgruppenvorsitzender aus Grevenbroich, ärgert sich darüber, dass er und seine Kollegen nicht auf die Idee gekommen seien, so neue Mitglieder zu gewinnen. Mit 28 Jahren sieht sich Svenja Havel aus Dormagen genau in der Zielgruppe. "Ich kann leider nicht zur Feuerwehr, weil ich eine Erkrankung habe, ich fühle mich aber angesprochen", sagt sie. Gestandene und selbstbewusste Frauen werden an den Sprüchen nicht Frauenfeindliches wahrnehmen, schreibt NGZ-Leser Rainer Büschgens. Er und seine Frau jedenfalls hätten sich köstlich amüsiert.

Das hat Kreisbrandmeister Norbert Lange wohl weniger. In einer offiziellen Stellungnahme schreibt er: "Bei vollumfänglicher Erfassung der Anzeigen wird die Feuerwehr der Stadt Dormagen, jedoch ebenso die Feuerwehr im Allgemeinen, in einen zweideutigen Zusammenhang gebracht." Er hätte eine sachliche Anzeigenwerbung bevorzugt, wie sie vom Kreisfeuerwehrverband Neuss erst vor wenigen Monaten initiiert und auch Dormagen zur Verfügung gestellt worden sei.

Als "billig, primitiv und anmachend" bezeichnet Robert Küppers die Wortwahl in den Anzeigen. Seiner Meinung nach könne es nicht angehen, dass sich eine Verwaltung solche Anzeigen leiste, die mit öffentlichen Steuergeldern bezahlt würden. Und Heiner Cöllen aus Neuss hofft, dass die Feuerwehr künftig nicht untätig abrücke, wenn es keine schönen Mädels zu retten gebe.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Dormagen: Die pikanten Sprüche der Feuerwehr-Kampagne

(NGZ)