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Dormagen: "Festival wird stärker beachtet"

Dormagen : "Festival wird stärker beachtet"

Interview Martin Kahl, Geschäftsführer des Festivals Alte Musik, zieht im Gespräch mit der NGZ eine erste Bilanz. Besonders positiv: Das Festival sei in der Stadt deutlich stärker wahrgenommen worden als bisher.

Herr Kahl, wie fällt Ihre erste Bewertung des Festivals aus?

Kahl Ich hatte ein ausgesprochen positives Gefühl, von Anfang an. Und das hat sich bestätigt.

Der Einstieg mit dem Eröffnungsfest in Zons war etwas völlig Neues.

Kahl Dazu gab es nur positive Rückmeldungen. Man muss sich das mal vorstellen: Es regnet, und wir haben rund 300 Besucher da, die trotz des Wetters picknicken und bester Laune sind. Die Veranstaltung und die Aussagen von Landrat Petrauschke und Dezernent Trzeszkowski waren Werbung pur – auch für die Stadt, von deren Seite aus wir bisher zu wenig wahrgenommen worden sind. Das wird jetzt offenbar nachgeholt und korrigiert.

Dennoch wird weiter über die Kosten des Festivals diskutiert.

Kahl Ich habe Verständnis für die Nöte der Stadt. Aber wir sind angesichts des künstlerischen Niveaus, sowohl bei den Leitern der diesjährigen Schul-Workshops als auch bei den Aufführenden, ein vergleichsweise günstiges Festival. Ich glaube auch nicht, dass wir bei der Förderung weiter beschnitten werden.

Und falls doch?

Kahl Dann stünde das Festival irgendwann zur Disposition.

Wie bewerten Sie die Workshop-Woche in den Schulen?

Kahl Die Aktion hat Katharina Weißenborn wunderbar vorbereitet, zusammen mit Jürgen Schmitz und Ellen Schönen-Hütten von der Stadt. Die Präsentation hat mich begeistert. Die Intensität, mit der die Kinder künstlerisch aktiv wurden, war grandios. Das hatte Volksfest-Charakter. Auf diesem Weg müssen wir weiter gehen.

Die Workshops waren nicht zum Nulltarif zu haben.

Kahl Nein, die Fördervereine haben tief in die Tasche gegriffen. Dafür war das Niveau der Dozenten erstklassig – die Skepsis war schnell verflogen.

Wie profitiert Dormagen noch – abgesehen von der künstlerischen Arbeit?

Kahl Das Festival wird bundesweit und international wahrgenommen. Es ist Image-Träger und Wirtschaftsfaktor – allein durch die Künstler, die wir hier unterbringen, die hier essen gehen und einkaufen. Das sollte man nicht unterschätzen.

Wie sieht Ihre Bilanz in Sachen Konzertbesuch aus?

Kahl Ich verschaffe mir derzeit noch einen genauen Überblick. Fest steht: Der Rücklauf an Tickets ist sehr klein, wir haben uns beim Besuch im Vergleich zu den Vorjahren gesteigert. Ganz ausverkauft war zwar nur die Landpartie, die extrem gut angenommen wird, aber alle Konzerte waren sehr gut besucht.

Welchen künstlerischen Höhepunkt sehen Sie?

Kahl Es gab einige. Sicher eine Ausnahmesängerin wie Nuria Rial, aber auch die h-moll-Messe in der Interpretation von Hermann Max.

Was muss 2012 anders laufen?

Kahl Wir werden die Konzeption der Romanischen Nacht überdenken und eventuell von den zwei vollwertigen Konzerten an einem Abend abrücken. Der Termin wird allerdings der Samstag bleiben.

Gibt es schon ein neues Motto?

Kahl Der Arbeitstitel lautet "Städte erzählen". Es geht um Musik aus europäischen Städten – und Musik, die von diesen Städten erzählt. Fest haben wir schon die King Singers und ein Prager Ensemble gebucht, das auf Gregorianik spezialisiert ist.

Heiko Schmitz führte das Gespräch

(NGZ)