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Festival in Dormagen: Mit Musik und Konzept gegen Corona

Festival in Dormagen : Mit Musik und Konzept gegen Corona

Es war fast wie eine große Garten-Party, als „Musik aus Dormagen“ unter Corona-Schutzbedingungen am Samstag vor dem Schützenhaus vor 300 Besuchern über die Bühne ging.

Die Corona-Infektionen steigen und in Dormagen steigt ein Musikfestival – wie das zusammenpasst, zeigte „MaD“ oder „Musik aus Dormagen“ am Samstag mit einem Mammutprogramm vor 300 Zuschauern.

„MaD“ begann am frühen Samstag Nachmittag bei angenehmem Klima auf der großen Wiese vor dem Schützenhaus. Die Atmosphäre und die Künstler von insgesamt acht Bands trugen dazu bei, dass der Tag bis kurz vor Mitternacht ein voller Erfolg wurde. Bereits früh waren die Tische besetzt. Es durften nach dem mit Gesundheits- und Ordnungsamt abgestimmten Pandemiekonzept 30 Tische mit Bänken für je zehn Personen sein. Diese waren auch schnell ausgebucht, mehr als 300 Personen durften nach Angaben von Markus Fuchs (50), der seit drei Jahren das Festival organisiert, nicht auf das Gelände. Dass die Einschränkungen geradezu vorbildlich eingehalten wurden, davon konnte sich Thomas Rütten vom städtischen Ordnungsamt schon kurz nach Beginn überzeugen. Zu normalen Zeiten hatte das im Jahr 2004 gegründete und somit in der 16. Auflage stattfindende Festival zwischen 500 und 700 Besuchern. Der Rekord waren 900 Zuhörer zu Beginn von MaD auf der Zonser Freilichtbühne. Schorsch Heinen (72) war der Initiator und war auch in diesem Jahr allgegenwärtig auf der Wiese.

Markus Fuchs hatte ein Luxusproblem: Aus einem Portfolio von rund 20 Bands aus Dormagen und Umgebung, die gerne bei MaD auftreten, musste er in der sehr kurzen Vorbereitungszeit von etwas mehr als einem Monat acht Formationen auswählen, die 2020 gestalteten. Den Opener machte die Rock- und Popband „Out of Noise“ aus Neuss. Dani und Chris sangen natürlich auch ihr Corona-Special „Ode of noise“. Was alle Künstler vereinte: Sie waren nach vielen Monaten „Zwangspause“ dem Veranstalter unendlich dankbar, endlich wieder live auftreten zu dürfen. „Wir freuen uns unglaublich, dass wir live spielen können und wissen den Gig in dieser Zeit ganz besonders zu schätzen“, sagt Frauke Herrmann von der Dormagener Frauenrockband „Starlettes“. Ihr Auftritt war viel mehr als „Ein bisschen Musik“, so einer ihrer Titel. Erstaunlich: Das musikalische und technisch-spielerische Niveau aller Bands war ausnahmslos hochkarätig. Etwa „Mundgerecht“: Die vier Musiker aus Gohr pflegen Kölsch-Rock mit vornehmlich von David Schatzl (Gesang, Gitarre) und Nils Eingrüber (E-Piano) selbst getexteten und komponierten Songs. Selbst „Hier bin ich geboren“ von Gerhard Grundmann & Seilschaft (1997) war gekonnt „mundgerechtet“ und sorgte für viel Applaus des aufmerksamen und beifallfreudigen Publikums. Das goutierte auch den Rock, Pop und Soul von „WestArt“ aus Köln und der Deutsch-Rock-Band „Backhaus“ aus Dormagen. Geradezu Wiederauferstehung feierte die Heavy-Rock-Band „Tight“ aus Rommerskirchen. Die 1994 gegründete Band stand schon vor dem Aus. Mit Gastspielern sorgte Frontmann Stephan Schwenke (Gitarre) auch bei „Hard Time Lover“ für mitreißenden Sound.

Erstmals sorgten für Klang-Alarm die „Ghost Basterds“. Die wilden Fünf aus Dormagen mit ihrem genialen Vokalisten Erik Krüger lieben den Metal-Groove. Ob englische oder deutsche Texte, ob „Wahrheit oder Pflicht“ (Songtitel): Es muss lyrisch sein! Bei so viel Rock-Pop-Metal sorgten fünf Schüler der Schlagzeugschule Dormagen unter ihrem Lehrer Manfred Schirdewan für ein schönes Intermezzo. Sie und alle Bands spielten kostenlos, der Erlös der Benefizveranstaltung bei freiem Eintritt kommt in diesem Jahr Kitas und Grundschulen in Delhoven zugute. Als nach Einbruch der Dunkelheit „coma media“, die MaD von Anfang an technisch betreut, das Gelände geschmackvoll illuminierte, erhielt die ohnehin gute Stimmung eine zusätzliche, fast andachtsvolle Komponente.