Festival Alte Musik Knechtsteden

Festival Alte Musik: So wird das Festival Alte Musik vorbereitet

Im Vorfeld des Festivals vom 22. bis 29. September hat Geschäftsführer Michael Rathmann viele Arbeiten zu erledigen.

Das Festival Alte Musik Knechtsteden wurde 1992 von Hermann Max, damals noch Kirchenmusikdirektor an der Dormagener Christuskirche, gegründet. Bis heute liegt die künstlerische und musikalische Leitung in den Händen des 77-Jährigen. Seine Idee, alte Musik in einer der Gegenwart angemessenen Form zu präsentieren, macht das Festival mit seinen vielfältigen Formaten zum Experimentierfeld und Impulsgeber zugleich. Der hohe Qualitätsanspruch bleibt jedoch unberührt. Die Zusammenarbeit mit herausragenden Künstlern, die nicht als durchreisende Stars, sondern als Teil der Festivalfamilie die einzigartigen Programme mitprägen, hat dazu geführt, dass das Knechtstedener Festival in der Alte-Musik-Szene Europas einen festen und exzellenten Platz hat.

Über die Arbeit, die im Vorfeld anfällt, gibt Michael Rathmann, verantwortlich für das Festivalmanagement, bereitwillig Auskunft. Er löste vor gut zwei Jahren Geschäftsführer Martin Kahl ab, der 24 Jahre lang das Management organisierte. Den längsten Vorlauf haben die programmatischen Planungen. Deutlich mehr als ein Jahr im Vorhinein steht das Programm. Also ist das Festival 2019 bereits „durch“, für 2020 gibt es bereits Ideen. Die Künstler werden frühzeitig verpflichtet, das Konzept wird Sponsoren und Stiftungen vorgestellt. Das ist vielleicht die spannendste Phase, denn bleiben einkalkulierte Gelder aus, bekommt der Träger, der Verein Festival Alte Musik Knechtsteden, ein Problem. Denn als gemeinnütziger Verein darf er keine Rücklagen bilden, kann kurzfristige Finanzierungslücken nicht einfach schließen. Immerhin geht es um einen Gesamtetat von 250.000 Euro, der jedes Jahr neu erwirtschaftet werden muss. „Bisher ist immer alles gut gegangen“, sagt Michael Rathmann, der erwartungsvoll die Absicht der Landesregierung kommentiert, die mehr in Kultur investieren will.

Für das Festival vom 22. bis 29. September gab es bereits Anfragen aus München, Ingolstadt und Schwerin, noch bevor das Programm veröffentlicht wurde. Einige planen dann gleich eine Reise. Da hilft das Management mit einem „Rundum-Wohlfühlpaket“ weiter, in dem vor allem kulturtouristische Aspekte aus der Umgebung Knechtstedens berücksichtigt sind.

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Eine tragende Säule des Festivals „ist ein Phänomen, auf das ich sehr stolz bin“, weist Rathmann auf die über 30 Ehrenamtler hin, die sich nicht nur für Auf- und Abbau, Kasse und Ordnungsdienst engagieren, sondern auch in der Gästebetreuung. Als zum Eröffnungskonzert 2017 eine Woche lang über 70 Jugendliche des Deutschen Jugendkammerchors und des Chores des musikpädagogischen Instituts am Zentralkonservatorium Peking in Dormagen betreut wurden, leisteten die ehrenamtlichen Mitarbeiter Vorbildliches: Die mehrsprachige Betreuung reichte von Proben bis zum Empfang beim chinesischen Botschafter oder auch zum Arztbesuch. „Die Künstler kommen gern zu uns wegen der Herzlichkeit der Begegnung, auch wenn sie nicht den Luxus anderer Häuser erwarten dürfen“, versichert Rathmann.

Sein weiteres Augenmerk gilt neuen Projekten. Beim Festival sind neben den etablierten Orten erstmals die Christuskirche (Orgelkonzert am 27. September) und die Stadtbibliothek (Vortrag zu Hieronymus Bosch am 24. September) dabei. Schulprojekte, etwa mit der Christoph-Rensing-Grundschule, ergänzen das Angebot. „Die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ist spannend“, schwärmt Rathmann, „sie kostet viel Energie, aber man bekommt sehr viel zurück.“