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Dormagen: Festgefahrener 40-Tonner befreit

Dormagen : Festgefahrener 40-Tonner befreit

Der in Rheinfeld gestrandete Lkw konnte am Mittwoch befreit werden. Das Navigationsgerät hatte den Fahrer am Tag zuvor auf den schlammigen Pfad geführt. Auf Stadtplänen ist der Weg als "Hildener Straße" eingezeichnet.

Sebastian Hurtz war nicht mehr aus der Ruhe zu bringen. Der 33-jährige Fahrer der Firma Kapell-Estriche aus Schwalmtal beobachtete, wie die Bergungsteams der Firma Colonia am Dienstagabend versuchten, ihr schweres Gerät erstmal selber wieder flott zu kriegen — beim Versuch, den 40-Tonner freizuschleppen, waren sie selber steckengeblieben.

Chef Thomas Kapell zeigte sich zerknirscht: "Das bringt unsere ohnehin angespannte Terminlage komplett durcheinander." Groß war der Ärger über die seiner Meinung nach fehlende Kennzeichnung der Straße beziehungsweise die Tatsache, dass das Navigationsgerät die Straße als befahrbar ausweist. "Man darf doch hier reinfahren", war sich Fahrer Sebastian Hurtz sicher, "wir haben weder einen Hinweis auf eine Anliegerstraße noch eine Sackgasse gesehen."

"Das ist ein Wirtschaftsweg, der dort, wo eine Verbindung zu diesem Weg besteht, auch durch das Verkehrszeichen 250 — Durchfahrtsverbot für Fahrzeuge aller Art — entsprechend ausgeschildert ist", sagt Gottfried Koch, Leiter der Technischen Betriebe Dormagen (TBD).

Kurios: Auf dem Kartenmaterial von Falk oder Google Maps im Internet ist der Weg als "Hildener Straße" ausgewiesen. Auf der ADAC-Karte ist der Weg, der von Süden kommend ein Stück weit asphaltiert ist und dann zum Feldweg wird, eingezeichnet, aber nicht weiter benannt. "Im offiziellen Straßenverzeichnis der Stadt gibt es keine Hildener Straße", erklärt der TBD-Chef. "Da muss ein Fehler bei der Übertragung von Kartenmaterial passiert sein. Wir werden das wie üblich an die Kartenhersteller für die Navis melden."

Schließlich sei der Fall nicht die erste Panne dieser Art. "Wir hatten insbesondere bei der Unterführung in Nievenheim Probleme mit Lkw. Dort haben wir daher bei der letzten Wendemöglichkeit Balken installiert, die auf die Durchfahrtshöhe hinweisen", so Koch.

Problem: "Die Fahrer fahren stur nach Navi und ignorieren sogar Umleitungen." Für den ADAC sind derlei Probleme altbekannt. Gerade Lkw-Fahrer gerieten oftmals in schwierige Situationen, wenn ein Navi Sackgassen oder zu niedrige Unterführungen nicht angibt. Inzwischen gibt es spezielle Geräte für Lkw. Sebastian Hurtz hat eben solch eines der Firma Garmin genutzt.

Am Mittwochmittag gelang es einem Kölner Abschleppunternehmen, den gestrandeten Lkw mittels Seilzug und Bodenplatten zu befreien. Auf sein Navi wird sich Hurtz nicht mehr verlassen.

(NGZ)