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Dormagen: Fest-Veranstalter kündigt WSD

Dormagen : Fest-Veranstalter kündigt WSD

Die Agentur Solbach, die für die Werbegemeinschaft (WSD) Ostermarkt, Michaelismarkt und Bierbörse organisiert, hat fristlos gekündigt. Der Ostermarkt soll dennoch wie geplant stattfinden – mit der SVGD als neuem Partner.

Die Plakate für den Ostermarkt waren bereits gedruckt. Nachdem es am Mittwoch bei einem Krisengipfel zwischen Stadt, Werbegemeinschaft (WSD) und der Wermelskirchener Veranstaltungsagentur Solbach gekracht hat, ist die Zukunft der Dormagener Märkte indes ungewiss.

18 Monate lang hat die Agentur den Ostermarkt, das Frühlingsfest, Summer in the City, den Michaelismarkt und den verkaufsoffenen Sonntag im Kö-Advent organisiert. Nun hat die Eventagentur der WSD fristlos gekündigt. "Das Thema Dormagen ist für uns erledigt", sagte gestern Werner Nolden von der Agentur gegenüber der NGZ. Die Vorwürfe wiegen schwer: Eine Zusammenarbeit mit der Stadt Dormagen und verschiedenen Interessengemeinschaften sei nicht ergebnisreich verlaufen und teilweise auch nicht erwünscht gewesen. Und: "Auch die Gespräche mit Stadtverwaltung und Stadtmarketing in den vergangenen Wochen machen keine Hoffnung auf eine Verbesserung dieser schlechten Arbeits- und Planungssituation." Absprachen seien nicht eingehalten worden, eine professionelle Durchführung der Veranstaltung sei nicht möglich gewesen.

Stadtsprecher Harald Schlimgen erklärt, dass die Verwaltung bei dem Gespräch die Organisation des Adventsmarkts kritisiert habe: "Da sind Erwartungen geweckt worden, die nicht eingehalten wurden." Die Fronten waren also verhärtet.

Die WSD trifft die Kündigung indes hart. Der Ostermarkt soll am ersten Aprilwochenende rund 10 000 Besucher in die Stadt locken. Ausfallen soll das Fest indes nicht. Im Gegenteil: WSD-Chef Gerd Hengsberger hat bereits Gespräche mit den Köpfen der Stadtmarketing- und Verkehrsgesellschaft (SVGD), Wiljo Wimmer und Ulrich Pfister, geführt. Hengsberger schwärmt bereits davon, "Kräfte zu bündeln". Das Stadtmarketing habe schließlich Erfahrung mit Marktrechten, Lageplänen und der Finanzierung. "Wir machen das", sagt SVGD-Aufsichtsratchef Wimmer, auch wenn die Organisation schwierig werde. Noch hat der WSD-Chef die Zusammenarbeit mit Solbach aber nicht abgeschrieben. "Das Zusammenwirken rund um die Kö hat sich als äußerst fruchtbar erwiesen", betont Hengsberger, der die Kündigung anfechten will: "Der Vertrag läuft bis Ende des Jahres, wir haben dem Veranstalter eine Frist bis Dienstag gestellt." Bleibt Nolden hart, werde die WSD Regress fordern. Ein Anwalt sei bereits eingeschaltet. Werner Nolden lässt sich davon nicht einschüchtern. Er sagt: "Ich habe dem Anwalt der WSD bereits einen Kompromissvorschlag gemacht."

(NGZ)