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Dormagen: Fernseh-Soko ermittelt in Nievenheim

Dormagen : Fernseh-Soko ermittelt in Nievenheim

Normalerweise behandelt Dr. Werner Meuser auf seinem Hof Großtiere. Zur Abwechslung bekamen die Patienten nun Besuch von einer 40-köpfigen Filmcrew, die dort eine Episode des ZDF-Vorabendkrimis "Soko Köln" drehte.

Auf dem Hof des Nievenheimer Tierarzt Dr. Albert Schlüter hat sich ein Mord ereignet, die Praxis ist "wegen eines Todesfalles geschlossen", wie es auf einem Schild am Eingang steht. Vor der Praxis parkt ein Polizeiauto aus dem zwei Kommissare aussteigen. Doch keine Angst: Dort wird nur ein Fim gedreht und der echte Tierarzt Dr. Werner Meuser ist quicklebendig. Meuser hat seinen Hof für drei Tage als Filmkulisse für die beliebte ZDF-Serie "Soko Köln" zur Verfügung gestellt.

Mit mehr als 40 Kameramännern, Requisiteuren, Tonleuten, Doubles, Statisten und Schauspielern ist das Team der Produktionsfirma Network Movie aus Köln angereist. "Wir drehen hier pro Tag etwa fünf Minuten fertigen Film", erklärt der Schauspieler Adrian Topol, der einen etwas zwielichtigen Polizisten spielt.

In den Drehpausen wimmelt es von Mitarbeitern am Set, jeder mit seiner eigenen Aufgabe betreut. Allein die Kamera bedienen vier Menschen, dazu kommen zwei Tonleute und die Regisseurin Ulrike Hamacher wird von mehreren Assistenten unterstützt. Ruhig und konzentriert wird in der warmen Frühlingssonne gearbeitet, jede Handbewegung sitzt, das Team ist eingespielt. Im Hintergrund schaut auch der echte Tierarzt kurz zu, wie die beiden Kölner Kommissare Sophia Mückenberg (Anne Schäfer) und Matti Wagner (Pierre Bresson) den Mord an seinem imaginären Kollegen aufklären. "Mein Hof wurde der Produktionsfirma von einem Kollegen empfohlen, bei dem schon mal ein Tatort gedreht wurde. Die Zusammenarbeit klappt super und es ist sehr interessant zu sehen, wie ein Film gedreht wird", sagt Werner Meuser in einer Drehpause.

Denn während die Kamera läuft herrscht absolute Stille am Set. Erst wenn Ulrike Hamacher "Cut" ruft, beginnt sofort ein emsiges Treiben: Die Schauspieler werden nachgepudert, die Kameraeinstellung verändert und die Kostüme wieder zu Recht gezupft. Neben den Anweisungen der Regisseurin hören am Set alle auf das Kommando des Aufnahmeleiters Cornel Krizsan, der die Aufnahmen koordiniert. "Bei diesem schönen Wetter ist das sehr angenehm", sagt Krizsan. Dann gibt er die Anweisung: "Probe, Ruhe am Set." Die einzige, die die drei Schauspieler jetzt unterbricht, ist Ulrike Hamacher. "Du spielst das gerade etwas zu cool", erklärt sie Adrian Topol. Doch neben den Anweisungen hat Topol auch viel Platz zu improvisieren. "Das macht hier richtig Spaß, weil uns Schauspielern auch viel Raum gelassen wird. Das ist in anderen Produktionen nicht so, da muss man sich peinlich genau an das Drehbuch halten", erklärt der 32-Jährige, der schon in über 60 Fernseh- und Kino-Film mitgespielt hat.

Fast zehnmal proben und spielen Adrian Topol und seine zwei Kollegen die etwa 30-sekündige Szene, bis Hamacher zufrieden ist und zur nächsten Einstellung übergeht. Denn die Zeit drängt, es müssen noch eine Szene mit zwölf Komparsen, die einen Polizei-Suchtrupp mimen, gefilmt werden. Dank deren Hilfe wird der Mordfall an dem imaginären Tierarzt dann ganz sicher gelöst.

(NGZ/rl)