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Dormagen: Feier zu 150 Jahren Chormusik

Dormagen : Feier zu 150 Jahren Chormusik

Strukturen und Ensembles haben sich verändert, doch immer noch haben die Chöre für die Kirchenmusik an St. Katharina in Hackenbroich einen hohen Stellenwert. Jetzt werden 150 Jahre Gesang gefeiert – mit viel Musik.

Strukturen und Ensembles haben sich verändert, doch immer noch haben die Chöre für die Kirchenmusik an St. Katharina in Hackenbroich einen hohen Stellenwert. Jetzt werden 150 Jahre Gesang gefeiert — mit viel Musik.

Es ist ein gängiger Satz, der zu Beginn der Chronik des Pfarrcäcilienchores St. Katharina-Hackenbroich zu lesen ist: "Mit viel Idealismus und Liebe zur Musik gingen die ersten Sängerinnen und Sänger an die Arbeit", ist über das Jahr 1861 zu lesen, in dem auf Anregung des damaligen Pfarrers Brüssel und des Küsters Franz Gieling der Hackenbroicher Kirchenchor St. Cäcilia gegründet wurde.

Fast alles hat sich verändert in den vergangenen 150 Jahren — nicht jedoch der Idealismus der Hobbysänger, die immer noch die Gottesdienste musikalisch mitgestalten. Sagt Anita Extra, die seit Jahrzehnten mitsingt. "Anfangs war's eine Familiengeschichte — mein Vater hat schon im Chor mitgesungen.

Inzwischen haben Chor und Gemeinschaft eine andere Färbung bekommen, aber die Chemie stimmt. Es macht Spaß, in Hackenbroich zu singen", sagt die Vorsitzende der Chorgemeinschaft Via Musica — so heißt seit 2007, seit Auflösung des "alten" Kirchenchores, die Chorgemeinschaft an St. Katharina Hackenbroich und St. Martinus Zons, in der momentan etwa 70 Sänger aktiv sind.

Zur Chorlandschaft an St. Katharina zählt seit 1983 auch der ebenfalls von Kantor Horst Herbertz geleitete Chor "Da Capo" mit rund 90 Aktiven, und natürlich die Kinder- und Jugendchöre. "Insgesamt singen etwa 200 Menschen in Hackenbroich", weiß Herbertz, der 1982 als 18-Jähriger die Chorleitung übernahm und die Chorgemeinschaft mit Geschick, Geduld und großem künstlerischen Können zu einer stabilen Einheit geformt hat.

Seit Herbertz den Taktstock schwingt, singt der Chor bis zu 15 Aufführungen pro Jahr. "Wir sehen und treffen uns gerne", sagt Anita Extra. "Und wir lernen beim Horst immer wieder dazu. Etwa wenn er uns fragt, ob wir verstanden hätten, was wir da auf lateinisch gerade gesungen haben", fügt sie hinzu und lacht.

Dass das Singen, das Erarbeiten von Kirchenmusik mit Bildung zu tun hat, betont auch Pastor Peter Stelten. Die Chorsänger bildeten keinen bloßen Freundeskreis, sondern "eine Glaubens-, Interessens- und Ideengemeinschaft".

Stelten betont, dass es bei der Kirchenmusik nicht darum ginge, Gottesdienste ästhetisch aufzuwerten. Sondern um christlichen Geist, Berufung und Verkündigung. "Nicht umsonst hat die Musik als ausgezeichnete Kunstform einen hohen Stellenwert in unserer Liturgie."

"Durch Musik werden auch Emotionen im Glauben ausgedrückt: Freude, Zuversicht, aber auch Zweifel und Trauer", sagt Horst Herbertz. Wer im Kirchenchor singe, erlebe Erhabenheit. Dass das immer noch gilt, wird im November groß gefeiert — mit Konzerten und Musik, die aus der Gründungszeit des Chores stammt.

(NGZ)