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Dormagen: Fechter träumen von Olympia

Dormagen : Fechter träumen von Olympia

Jahrzehnte lang ist inzwischen die "olympische Geschichte" der TSV-Fechter. 2012 in London wollen Max Hartung, Nicolas Limbach und ihre Kameraden sie fortsetzen – möglichst mit Medaillen.

Jahrzehnte lang ist inzwischen die "olympische Geschichte" der TSV-Fechter. 2012 in London wollen Max Hartung, Nicolas Limbach und ihre Kameraden sie fortsetzen — möglichst mit Medaillen.

Die deutschen Säbelfechter im Allgemeinen und mindestens drei Dormagener im Besonderen haben beste Aussichten, 2012 an Olympia in London teilnehmen zu können. "Damit wir nicht fahren, muss schon ein TSV-Bus gegen einen Baum gesetzt werden", beschrieb jetzt der frühere Junioren-Weltmeister und aktuelle Vize-Europameister Max Hartung (21) in einer Mischung aus Selbstvertrauen und Sarkasmus den aktuellen Stand der Qualifikation.

Am Rande des Internationalen Säbel-Turniers der Junioren im TSV-Sportcenter kam es zu einem Stelldichein von drei Generationen olympischer Fechtgeschichte, die auch im Namen des TSV Bayer Dormagen geschrieben wurde. Neben Paul Wischeidt, der 1968 in Mexiko und 1972 in München an Olympia teilnahm, stellte sich war Stephan Thönneßen ebenso den Fragen von NGZ-Redakteur Volker Koch wie Bundestrainer Vilmos Szabó und seine Frau Reka. Beide haben in ihrer aktiven Laufbahn olympische Medaillen zuhauf gesammelt und dies ist auch ihr Maßstab für die Trainingsarbeit in Dormagen. "Ich habe immer gedacht, wenn ich keinen Weltmeister hervorbringe, bin ich ein schlechter Trainer", machte Vilmos Szabó deutlich, welchen Maßstab er nicht allein bei sich selbst anlegt. Mit Blick auf Olympia heißt dies, dass letztlich ausschließlich Medaillenränge zählten. Stephan Thönneßen, der 1988 in Seoul antrat, sieht es etwas differenzierter: "Sicher zählen in der Erinnerung der Öffentlichkeit nur die Medaillen, aber für einen selbst ist Olympia schon etwas, das fürs Leben bleibt."

Deutlich machte die Diskussion auch die Sogwirkung, die das Weltklasse-Niveau in Dormagen auf den Nachwuchs ausübt: "Wir können mit den besten Kindern trainieren", verwies Vilmos Szabó auf den großen Einzugsbereich des Standorts Dormagen. Für Volker Koch ein besonders wichtiger Aspekt: "Wenn Spitzensportler da sind, dann kommen auch die Kinder, die fechten wollen. Wir dürfen nicht nur den Breitensport fördern, sondern beides, den Breiten- und den Spitzensport." Was die Förderung angeht, hat Max Hartung derzeit absolut keinen Grund zur Klage. Als Mitglied der Sportfördergruppe der Bundeswehr kann er trainieren wie ein Profi: Drei Einheiten in der Woche widmet er zurzeit der Athletik und neun dem Fechten. Für Fechter-Kollegen wie Benedikt Beisheim, die keine Sportsoldaten sind, seien hingegen Einrichtungen wie die Stiftung Sport "ein wichtiger Baustein" dafür, Lebensunterhalt und Hochleistungssport vereinbaren zu können.

(NGZ)