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Dormagen: Fast-Food-Fan fastet 40 Tage

Dormagen : Fast-Food-Fan fastet 40 Tage

Für Kay Stephan spielen Religion und Kirche auch im Alltag eine große Rolle. Neben dem Fasten in der vorösterlichen Zeit engagiert sich der 17-Jährige ehrenamtlich bei Ü8-Partys im Jugendzentrum "micado".

Über Facebook startete Kay Stephan nach den närrischen Tagen den Aufruf zum Fasten – und viele folgten. Seit Aschermittwoch verzichten der 17-Jährige und so manch einer seiner Mitschüler auf den sonst fast täglichen Fast Food-Konsum. Mehr noch: Nach 18 Uhr ist das Essen für die Gruppe komplett tabu. Das spare nicht nur eine Menge Geld, sondern mache sich auch schon auf der Waage bemerkbar, meint der Schüler. "Wenn einen von uns am Abend doch der Appetit überfällt, schreibt er den anderen eine SMS. Bis jetzt haben wir es immer geschafft, die Heißhungerattacken durch Ablenkung in den Griff zu bekommen."

Schon seit seiner Kommunion verzichtet Kay in den 40 Tagen vor Ostern auf Dinge, die ihm wichtig sind. Mal ist es das Internet, in einem anderen Jahr das Fernsehen. Doch nicht nur mit dem Fasten zeigt der Schüler, dass für ihn Kirche und Religion eine ganz besondere Bedeutung haben. Als jahrelanger Messdiener war er erst in Nievenheim aktiv, wechselte dann, aufgrund der "freundlicheren" Anfangszeit des Gottesdienstes um 11 Uhr, nach St. Michael. Im Glauben sieht er eine Hilfe, um auch schwere Situationen meistern zu können.

Seit drei Jahren ist Kay festes Mitglied des Organisationsteams der Ü8-Partys im Jugendzentrum "micado". "Ich mag Kinder und sie mögen mich anscheinend auch", lautet die nüchterne Erklärung für dieses ehrenamtliche Engagement. Immer wieder denkt sich die Gruppe, der inzwischen auch Kays jüngere Schwester angehört, neue Mottopartys aus. An Halloween verfingen sich die jungen Besucher leicht in gruseligen Spinnennetzen, während an der Theke rote und grüne Getränke und Gruselspieße ausgegeben wurden. Wer mutig genug war, traute sich in den Gruseltunnel, der mit schauriger Musik unterlegt war. "Oft kommen mehr als 150 Kinder. Sie zu bändigen, ist nicht ganz leicht", erzählt Kay amüsiert. Er achtet besonders beim Fußball darauf, dass es keinen Streit gibt und greift notfalls mit klaren Worten durch.

Die Ü8-Partys haben für ihn eine ganz persönliche Bedeutung, denn der 17-Jährige will, dass die Kinder mal rauskommen und auch ohne Computer oder Konsole Spaß haben: "Als ich so jung war, gab es solche Abende nicht. Deshalb ist es mir wichtig, wenigstens jetzt den Jüngeren die Partys anzubieten." Er plant sogar schon weiter: Wenn alles klappt, wird bald auch eine U16-Party das Angebot des "micado" ergänzen. Ob er in Zukunft weiter mit Kindern arbeiten wird und seinen langjährigen Traumberuf als Lehrer anstrebt, weiß er noch nicht. Eines aber steht fest: "Die Partys mache ich weiter, so lange es geht." Gefastet wird erstmal bis Ostern.

(NGZ)