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Dormagen: Fairer Handel in Dormagen im Trend

Dormagen : Fairer Handel in Dormagen im Trend

Die Evangelische Kirchengemeinde Dormagen setzt auf fair gehandelte Produkte – und ist damit in guter Gesellschaft. Die Lebensmittel haben ihren Exoten-Status verloren und sind mittlerweile in vielen Supermärkten erhältlich.

Die Evangelische Kirchengemeinde Dormagen setzt auf fair gehandelte Produkte — und ist damit in guter Gesellschaft. Die Lebensmittel haben ihren Exoten-Status verloren und sind mittlerweile in vielen Supermärkten erhältlich.

Wer die Gottesdienste in der evangelischen Christuskirche in Dormagen besucht, kann jetzt nach der Messe fair gehandelte Produkte kaufen. Nachdem es das Angebot bereits länger in der Lukaskirche in Stürzelberg gibt, haben sich Pfarrer Frank Picht und Presbyter Michael Dries dazu entschlossen, es auch auf Dormagen auszuweiten. In einem Schrank in der Kirche gibt es nun unter anderem Kaffee, Schokoriegel und Wein. Den Erzeugern einen gerechten Anteil für ihre Arbeit zukommen zu lassen, sei im Sinne der christlichen Botschaft nur konsequent, sagen sie.

Mit diesem Schritt ist die Evangelische Kirchengemeinde Dormagen in guter Gesellschaft. Gab es vor nicht allzu langer Zeit Fairtrade-Produkte allenfalls in Eine-Welt-Läden, gibt es sie nun selbst bei Discountern zu kaufen. Deutlich wird die Entwicklung beim Kaffee: Nach Auskunft des Vereins Fairtrade wurden 2002 in Deutschland rund 3000 Tonnen Kaffee abgesetzt. Zehn Jahre später hat sich die Zahl mit 9300 Tonnen mehr als verdreifacht.

Auch Evelyn Lehmann führt in ihrem Geschäft Evita Naturkost an der Straße In Ückerath in Nievenheim fair gehandelten Kaffee. Sie habe festgestellt, dass sich Kunden neben der Qualität der Produkte zunehmend auch Gedanken über die Produktionsbedingungen machen. "Fair gehandelte Lebensmittel werden immer nachgefragt", sagt sie. Neben Kaffee führt sie auch fair gehandelte Schokolade sowie Bananen und Mangos. Auch wenn faire Produkte etablierter seien als noch vor Jahren, sei die Nachfrage schon mal größer gewesen.

Auch Manfred Puchelt vom Verein Dormagener Agenda 21, der den Weltladen Unter den Hecken in Dormagen betreibt, hat festgestellt, dass fair gehandelte Produkte populärer geworden sind. In den neun Jahren seit Bestehen des Ladens sei der Umsatz gewachsen — wenn auch auf niedrigem Niveau. Etwas mehr als 20 000 Euro würden pro Jahr umgesetzt. 20 Ehrenamtler engagieren sich im Verein und verkaufen die Waren.

Vor allem Stammkunden seien es, die wegen bestimmter Kaffee- oder Schokoladensorten immer wieder kommen würden. Dennoch würde er sich über mehr Zuspruch freuen. "Unser Problem ist das One Stop Shopping", sagt Puchelt. Viele Kunden wollten an einer Station alle ihre Einkäufe abdecken. Als kleiner Laden am Rande der Fußgängerzone habe man es da nicht einfach.

Um Kunden zu gewinnen, setzt Puchelt mit seinen Mitstreitern darauf, die Qualität der Produkte zu betonen. So stammen viele Fairtrade-Waren aus biologischem Anbau. Auch für Menschen, die außergewöhnliche Lebensmittel suchen, seien Fairtrade-Produkte interessant, da sie nicht für den Massenmarkt hergestellt würden. Dass auch große Einzelhandelsketten den fairen Handel für sich entdeckt haben, sieht Puchelt mit gemischten Gefühlen. Bei manchen Anbietern sei der Anteil am Gesamtsortiment so gering, dass er die Ernsthaftigkeit ihres Anliegens bezweifle.

Für Frank Picht und Michael Dries von der Evangelischen Gemeinde geht es vor allem darum, ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass Konsumenten die Möglichkeit haben, mit ihren Kaufentscheidungen die Situation der Menschen zu verbessern. Auch die Gemeindegruppen würden darum gebeten, für ihre Treffen zum Beispiel fair gehandelten Kaffee zu verwenden.

(NGZ)