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Dormagen: Fachmarktzentrum vor dem Durchbruch

Dormagen : Fachmarktzentrum vor dem Durchbruch

Die Planungspolitiker bekommen nächte Woche ein Grundkonzept vorgelegt, das zeigt, wie das Fachmarktzentrum auf dem ehemaligen Zuckerfabrikgelände aussehen könnte. Investor Redos und die Stadt haben sich angenähert.

Nach einer jahrelangen Hängepartie und einem Dauer-Streit um das geplante Fachmarktzentrum auf dem ehemaligen Gelände der Zuckerfabrik kommt offenbar jetzt endlich Bewegung in das Projekt: Investor Redos und die Stadt haben sich zumindest auf ein Grundgerüst geeinigt, mit welchen "Betriebstypen", wie die Geschäfte fachspezifisch bezeichnet werden, das Areal bestückt werden könnte. Der Planungs- und Umweltausschuss soll in der kommenden Woche einem städtebaulichen und handelswirtschaftlichen Entwicklungskonzept zustimmen, auf dessen Grundlage dann die "Feinarbeit" erfolgen kann, wie es Planungsamtsleiter Gregor Nachtwey formulierte.

Der Knackpunkt war und ist die Größenordnung von Geschäften und Märkten, die auf der ehemaligen Industriebrache angesiedelt werden sollen. Darüber konnte in der Vergangenheit keine Einigung erzielt werden. Inzwischen hat das beauftragte Planungsbüro Dr. Jansen gutachterliche Empfehlungen erarbeitet, die Grundlage in den vergangenen Gesprächen zwischen Redos und der Stadt waren.

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Das Ergebnis lässt hoffen, dass das Fachmarktzentrum doch in absehbarer Zeit gebaut wird. Denn es gibt, so heißt es aus der Verwaltung, eine Annäherung zwischen den Wünschen der Investoren und dem Interesse der Stadt, eine zentrenrelevante Entwicklung einzuschränken, um die Innenstadt zu schützen. Sie kann sich darin argumentativ auf das zuletzt verabschiedete Einzelhandelskonzept stützen. Sie muss, erklärt Nachtwey, dabei gleich drei Flächen im Blick haben und aufeinander abstimmen: die Innenstadt, das Areal für das Fachmarktzentrum sowie die Restfläche der Zuckerfabrik, wo ein Gewerbegebiet mit nicht zentrenrelevanten Sortimenten entstehen könnte.

In der Diskussion mit Redos geht es immer wieder um Flächengrößen und die Zahl der "Betriebstypen", sprich Geschäfte. Wegen der starken Konkurrenz aus dem Internet gehen immer mehr Elektrofachmärkte dahin, ihre Verkaufsflächen zu verringern. So auch Mediamarkt in Dormagen: Dort soll der Markt 840 Quadratmeter kleiner ausfallen. Redos schwebt nun vor, diese Restfläche für die Ansiedlung anderer Sortimente in Fachmarktgröße zu nutzen. Das geht aus Sicht von Gutachter und Stadt nicht so ohne weiteres. "Durch weitere Sortimente würde das Fachmarktzentrum attraktiver zu Lasten der Innenstadt." Diese Argumentation gelte auch für den geplanten Lebensmittelvollsortimenter. Ein weiterer Discounter oder ein Drogeriemarkt wären ebenfalls machbar. Redos will offenbar einen größeren Lebensmittelmarkt, der auch eine Discounter-Linie beinhaltet. "Weil man davon ausgehen kann, dass dort auch Drogerieartikel angeboten werden, wäre ein gesonderter Drogeriemarkt nicht zulässig", sagt Stadtplaner Nachtwey. Auch ein bislang 10 000 Quadratmeter großer Bau- und Gartenmarkt wird in dieser Dimension nicht mehr benötigt. So könnte das Fachmarktzentrum zumindest durch einen nicht-zentrenrelevanten Betrieb (zum Beispiel Zoofachmarkt) ergänzt werden.

Ziel ist es nun, das vorliegende Grundgerüst planerisch zu verfeinern, um dann mit der Bauleitplanung beginnen zu können. Dann wird auch die architektonische Qualität "ein zentrales Thema werden", so Nachtwey. Er ist "sehr zuversichtlich", dass der Planungsprozess im nächsten Jahr endlich konkret beginnen kann.

(NGZ)