Dormagen: Fachmarktzentrum: Streit spitzt sich weiter zu

Dormagen : Fachmarktzentrum: Streit spitzt sich weiter zu

Rund 1000 Bürger haben sich in den vergangenen Wochen nach Angaben von Redos Real Estate an der Namensfindung für das geplante Fachmarktzentrum beteiligt. Nun scheint es, als bräuchte das Großprojekt auf dem Gelände der ehemaligen Zuckerfabrik keinen Namen mehr. Das Vorhaben Fachmarktzentrum ist mit der hitzigen Diskussion im Planungs- und Umweltausschuss weiter in die Ferne gerückt.

Auf Mitarbeiter der Verwaltung soll Investor Redos rund um den städtebaulichen Vertrag Druck ausgeübt haben. Vertragliche Regelungen seien nicht eingehalten worden und nicht zuletzt liege ein rechtswidriger Bebauungsplan vor. Die Liste der Unstimmigkeiten rund um das Bauvorhaben ist lang. Redos dementiert das. Bürgermeister Peter-Olaf Hoffmann hingegen bewertet den Ablauf des Genehmigungsverfahrens kritisch: "Es geht dabei nicht um Schuldzuweisungen, sondern darum, Schaden von der Stadt abzuwenden." Er betont: "Ich habe niemandem ein Versäumnis vorgeworfen. Fakt ist, dass es zwischen dem Kummer-Gutachten und dem der GMA erhebliche Abweichungen gibt." Zudem wies er Anschuldigungen gegen Mitarbeiter der Verwaltung zurück.

Seine Bewertung des aktuellen Sachstandes legte der Bürgermeister dem Ausschuss mit erschütternden Daten dar, die auch die anwesenden Mitglieder überraschten. "Um Rechtssicherheit zu haben, muss ein neuer Bebauungsplan aufgestellt werden. Der aktuelle ist unheilbar", so Hoffmann. Ob der neue am Ende wieder ein Fachmarktzentrum vorsehe, sei offen.

Doch zunächst sollen die Ausschussmitglieder die Chance erhalten, bis zu einer Sondersitzung im Mai, die Fakten zu prüfen. Für diese Sitzung wird auch eine Stellungnahme zur Rechtsauffassung der Redos Real Estate erwartet. Hoffmanns Meinung stehe allerdings fest: "Eine Bebauung darf der Innenstadt nicht schaden."

Redos-Geschäftsführerin Klaudia Herrmann sagte gestern: "Hoffmanns Schilderungen vor dem Ausschuss hatten mit der Wirklichkeit und der Rechtslage an einigen Stellen so gut wie gar nichts zu tun. Seine Darstellung der Ereignisse steht im Widerspruch zu vielen Tatsachen und dem mangelnden Mut sich einer solchen Auseinandersetzung zu stellen." Zudem habe er Angst vor einem öffentlichen Disput mit Redos, wie sie weiter angab. Hoffmann hatte im Ausschuss einen "Schauprozess mit Rechtsvertretern beider Parteien" abgelehnt.

(NGZ)