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Dormagen: Fachmarkt: Veto aus London?

Dormagen : Fachmarkt: Veto aus London?

In der Händlerschaft wurde zuletzt gemunkelt, dass das Fachmarktzentrum auf dem Zuckerfabrik-Gelände doch auf der Kippe stehe. Stadt und Redos demonstrieren Einigkeit. Die letzten Barrieren seien bald aus dem Weg geräumt.

Mitte November sorgten die Namen der Ankermieter, die im Fachmarktzentrum auf dem Gelände der ehemaligen Zuckerfabrik einziehen sollen, für Euphorie: Kaufland, Media-Markt, Toom. Glaubt man nun neuen Gerüchten aus der Dormagener Händlerschaft, steht vor dem anvisierten Baubeginn des Zentrums Anfang 2011 zumindest ein Fragezeichen.

Ein Insider berichtet von weiter auftretenden Zwistigkeiten mit der so genannten Grunddienstbarkeit: Es wird gemunkelt, dass die Londoner Zentrale von Investor Redos Real Estate die Forderungen der Stadt nicht akzeptiert. Zum Hintergrund: Die Grunddienstbarkeit bindet auch künftige Eigentümer des Zentrums an die so genannte Dormagener Liste. Die wiederum legt konkret fest, was ausschließlich in der Innenstadt angeboten werden darf – und was in Discountern oder Fachmarktzentren. So werden unter anderem Bekleidung, Schuhe, Nahrungs- und Genussmittel, Drogerie- und Parfümerieprodukte, Schnittblumen, Geschenkartikel, Uhren und Schmuck als zentrenrelevant deklariert.

An dieser Stelle wird es verzwickt: Der vordere Bereich, der als Bindeglied zwischen Fachmarktzentrum und Kölner Straße fungiert, gilt noch als zentrenrelevanter Bereich. "Das sind etwa zehn Prozent", erklärt Dormagens Städteplaner Gregor Nachtwey. Eine Mischung aus kleinen Einzelhändlern, Gastronomie, Apotheken könnten dort angesiedelt werden. Nachtwey spricht von 15 bis 20 Nutzungseinheiten, die dort entstehen könnten.

Gerd Hengsberger, Chef der Werbegemeinschaft, hofft, dass das Fachmarktzentrum gebaut werden kann. "Das Zentrum ist eine große Chance für Dormagen", sagt der Handelsexperte, der derzeit einen Boom beim Bau von Einkaufscentern erkennt. Wichtig sei aber, so Hengsberger mit Nachdruck, dass sich Stadt und Investor an die Vorgaben der Dormagener Liste hielten. Gewohnt knapp antwortet Redos Real Estate auf eine NGZ-Anfrage: "Wir fangen Anfang 2011 an zu bauen", so Projektleiterin Ulrike Schmitz gegenüber der NGZ. Über die Grunddienstbarkeit sei das Unternehmen weiterhin im Gespräch mit der Stadt. Dort sieht man den Deal bereits in trockenen Tüchern: "Über den Inhalt der Grundbuch-Eintragung wurde mit Redos inzwischen eine Einigung erzielt", erklärt Stadtsprecher Harald Schlimgen. Es stehe noch der rechtliche Vollzug aus. Nach den letzten Gesprächen gehe die Stadt aber davon aus, dass dieser in Kürze möglich sei.

(NGZ)