Expertinnen schätzen alte Puppen und Teddys im Kreismuseum Zons

Kreismuseum Zons : Expertinnen schätzen alte Puppen und Teddys

Bettina Dorfmann ist eine führende Expertin für Barbies und jüngere Puppen, Karin Schreys weiß alles über antike Puppen und Teddys.

Wenn im Fernsehen alte Kostbarkeiten geschätzt werden, dann ist meist Horst Lichter mit von der Partie und moderiert die Expertise für das Format „Bares für Rares“. Ganz anders war es am Wochenende, als zahlreiche Liebhaber Puppen, Teddys und auch Barbies mit ins Kreismuseum brachten, um von den Expertinnen Bettina Dorfmann und Karin Schrey, aus deren Sammlungen die Exponate der Ausstellung „Busy Girl – Barbie macht Karriere“ stammen, zu erfahren, wie wertvoll die lange geliebten Begleiter sind.

Bettina Dorfmann ist Barbie-Kennerin, weiß aber auch nahezu alles über jüngere Puppen anderer namhafter Hersteller, Karin Schrey ist freie Journalistin und Buchautorin. In Verzückung geriet Schrey, als ihr eine Dormagenerin mit ihrer Hilde von Kestner ein antikes Stück präsentierte, das auch noch hervorragend erhalten war. Lieselotte Corsten hatte die Puppe dabei, mit der sie als Kind gespielt hat. „Sie ist sicher 60 Jahre alt“, schätzte sie. „Und meine Mutter hing später mehr an ihr als ich“, fügte sie lachend hinzu. Bei diesem Schatz handelte es sich um die Inge von der Firma Schildkröt, bekannt für Puppen. „Diese Inge hat leider einen Schädelbasisbruch erlitten, den man für private Zwecke oder aus sentimentalen Gründen reparieren kann“, erklärte Karin Schrey. „Ein Sammler würde sicher den Körper verwenden und den Kopf austauschen.“ Wäre diese Puppe intakt, habe sie laut Einschätzung der Expertin einen Wert von 120 bis 160 Euro als häufigste Puppe von Schildkröt. „So würden Sammler sicher lediglich 30 bis 40 Euro dafür bezahlen.“ Lieselotte Corsten macht dieser Wertverlust nichts aus. „Ich möchte sie ohnehin nicht verkaufen. Ich bin aus purem Interesse hergekommen.“

So wie die meisten anderen Besucher, die ihre Spielzeuge und Sammlerstücke taxieren lassen wollten. Petra Uhlenbroich hat ein Püppchen auf einem Wohltätigkeitsbasar erstanden. „Ich habe höchstens fünf Euro dafür bezahlt, aber ich fand sie so hübsch“, gesteht sie. Die blonde Puppe trägt ein weißes Kleid mit blauen Akzenten, dazu einen Hut und einen Muff in Blau. Die Expertise, dieses Mal von Barbie-Expertin Bettina Dorfmann, überrascht: „Sie ist sicher 40 bis 50 Euro wert.“ Mit dabei hatte Petra Uhlenbroich die kleinere Ausgabe der Schildkröt-Inge mit gemalten Augen in einem sehr guten Zustand. „Wenn Kinder damit spielen, sind sie grellem Licht und Wasser ausgesetzt. Das macht sie blass. Aber diese hier ist in einem guten Zustand, sodass Sammler etwa 50 Euro dafür bezahlen würden.“ Noch vor einiger Zeit sei der Preis mehr als doppelt so hoch gewesen. „Dadurch, dass die Menschen, die früher mit den Puppen gespielt haben, nun in das Alter kommen, in dem sie sich davon trennen möchten, gibt es eine Flut. Das senkt den Preis“, erklärte Dormann, die selbst 18.000 Barbies ein Heim gibt und damit mehrfach ins Guiness-Buch der Rekorde aufgenommen wurde.

Als Sachverständige haben Dorfmann und Schrey bereits unzählige Besonderheiten auf ihrem Tisch gehabt, alle zwei Monate schätzen sie zudem im Ratinger Museum alte Puppen und Teddys. Und Bettina Dorfmann betont: „Die aktuelle Ausstellung richtet sich nicht nur an Barbie-Fans, sondern vor allem auch an diejenigen, die die gesellschaftspolitische Entwicklung des modernen Frauenbildes im Wandel der Zeit verfolgen wollen.“

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