Dormagen: Exotisches fasziniert beim Kloster-Tag

Dormagen: Exotisches fasziniert beim Kloster-Tag

Das Kloster Knechtsteden beteiligte sich am Samstag am "Tag der offenen Klöster". Neben Informationen, Rundgängen und Vorführungen in der Alten Schmiede begeisterten die Stücke aus dem Missionsmuseum die Besucher.

Spannende Vorträge, Besichtigungen und weitere Blicke hinter die Kulissen: Am vergangenen Samstag hatten die Spiritaner wie viele andere deutsche Ordensgemeinschaft zum "Tag der offenen Klöster" eingeladen. Dieses "Fest der Begegnung", wie es die Veranstalter nennen, fand in diesem Jahr das zweite Mal statt. Insgesamt öffneten über 230 Klöster und Ordensniederlassungen ihre Tore für die Besucher. Alleine in Nordrhein-Westfalen luden 50 Klöster Besucher zu sich ein.

Unter dem Motto "Gut. Wir sind da." möchten die Ordensfrauen- und Männer den Interessierten Dinge aus ihrem Leben und ihrem Alltag zeigen. Auch das Kloster Knechtsteden nahm an der Veranstaltung teil. In malerischer Kulisse bot die "Missionsgesellschaft vom Heiligen Geist" ein Programm für die ganze Familie an.

So konnte an einem geführten Rundgang über die Obstwiesen teilgenommen werden. Für Kinder gab es eine Malaktion mit der Künstlerin Roswitha Neumann, außerdem wurde Kaffee und Kuchen und ein Eintopf zum Mittagessen angeboten. Auch die Ausstellung "Knechtstedener Wunderkammer - Der Kreuzgang lebt", die bis 16. September täglich von 10 bis 18 Uhr zu sehen ist, zog viele Besucher an: Zu den ausgestellten Tierpräparaten des ehemaligen Missionsmuseums zählen Insekten, Vögel, aber auch Schlagen, Raubkatzen oder Fische.

Sehr begehrt war auch die Arbeit in der historischen Klosterschmiede. Jeden Samstag schwitzen und hämmern Ehrenamtler des Knechtstedener Fördervereins in der Alten Schmiede. Auch daran können Besucher an jedem Samstagvormittag teilhaben und zuschauen. Unter der Leitung des gelernten Schmiedes Hans-Josef Hodenius fertigen die Ehrenamtlichen beeindruckende Unikate, die sie auch beim "Tag der offenen Klöster" zeigten.

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Am häufigsten schmieden sie kleine Briefbeschwerer mit kirchlichen Symbolen wie Kreuzen oder Weintrauben. Peter Rotte ist Teil des Teams und erzählt: "Das hier macht uns Spaß. Wir sind einmal in der Woche hier, und wenn jemand hier spazieren geht, dann kann er auch immer gern bei uns vorbeikommen." Die bei 1000 Grad Celsius geschmiedeten Briefbeschwerer werden nach der Fertigstellung zum Verkauf angeboten.

Besucherin Eva Hildebrandt findet außerdem den "Dampfenden Diesel" interessant. Nach über 36 Jahren Stillstand ist das Dieselaggregat nun wieder vorführbar: "Ich finde das gut, generell ist es einfach spannend, hier mal so etwas Historisches wie die Schmiede oder den Dieselmotor sehen zu dürfen."

Neben den Arbeiten in der Schmiede waren auch die Vorträge des Superior Pater Hartmut Straubinger, dem obersten Spiritaner des Klosters Knechtsteden, beliebt. In der historischen Klosterbibliothek gab er den Zuhörern Einblicke in das Leben der Spiritaner. Der Ordensmann, der 45 Jahre in der Mission in Brasilien tätig war, zeigte auch Bilder aus dieser Zeit. Er stellte die Ordensleute und Pastöre auf den Fotos vor und erzählte den Zuhörern spannende Geschichten.

Pater Staubinger hält den "Tag der offenen Klöster" für sehr wichtig, auch für Knechtsteden: "Viele Leute kommen hier her und wissen eigentlich gar nicht, wer wir sind. Wir möchten jetzt einfach mal ein Zeichen geben und zeigen, was wir eigentlich machen."

(NGZ)