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Dormagen: evd will Anteile an Windpark kaufen

Dormagen : evd will Anteile an Windpark kaufen

Dem Stadtrat liegt die Absicht des Dormagener Versorgers vor, Anteile an einem Windpark bei Berlin zu erwerben. Die Investitionshöhe beträgt fast 900 000 Euro. Bürgermeister Hoffmann spricht von einer "strategischen Entscheidung".

Wenn Stadtrat und Kommunalaufsicht zustimmen, dann wird die energieversorgung dormagen (evd) in die eigene Stromerzeugung aus Windkraft einsteigen. Das städtische Tochterunternehmen, an dem die Stadtmarketing- und Verkehrsgesellschaft (SVGD) 51 Prozent Anteile hält, will sich an einem Windpark der Kölner RheinEnergie in Brandenburg beteiligen. "Wir haben die Chance auf eine neue strategische Ausrichtung und diese beim Schopfe gefasst", sagt Bürgermeister Peter-Olaf Hoffmann in seiner Funktion als Aufsichtsratsvorsitzender. "Mit diesem Schritt leistet die evd ihren Beitrag zur Energiewende und wir stärken zugleich die Wirtschaftskraft des Unternehmens." Die Investitionshöhe beträgt 893 000 Euro.

In einen bestehenden Windpark investieren und dabei eine ordentliche Rendite kassieren – dieses (Teil-)Ziel verfolgt die evd Foto: evd

Bei diesem Schritt geht es um zwei wesentliche Aspekte. Einer ist der finanzielle: Die evd rechnet mit einer Verzinsung zwischen fünf und sieben Prozent. Der Invest von fast 900 000 Euro soll am Kapitalmarkt aufgenommen werden, wo die evd ihrerseits einen Zinssatz von unter zwei Prozent bezahlen muss. Hoffmann: "Wir gehen von einem Mehrwert für die evd von durchschnittlich vier Prozent aus." Nach Abführungen von Teil-Gewinnen an den Mitgesellschafter RheinEnergie wird Geld in die Kasse der SVGD fließen. "Das vermindert wiederum den Verlustausgleich für die Stadt bei ihrer Tochter SVGD", erklärt Hoffmann. Der andere Aspekt ist der Einstieg in die Produktion ökologischen Stroms. "Natürlich ein Stück weit virtuell", so Hoffmann, "aber der regenerativ erzeugte Strom wird dem Absatzportfolio der evd für die Belieferung der Dormagener Kunden zugerechnet." Da diese Anlage seit fast zehn Jahren in Betrieb ist, wird das Beteiligungsrisiko viel geringer angesehen als bei einer neu zu errichtenden Windkraftanlage.

Stimmt der Stadtrat am 18. Juli zu, dann wird die evd einen Anteil von 7,5 Prozent an der Betreibergesellschaft des Windparks Heckelberg-Breydin erwerben. Der Windpark besteht seit 2004 und umfasst 18 Anlagen mit einer Nabenhöhe von 85 Metern und einem Rotordurchmesser von 77 Metern. Insgesamt 46 000 Megawattstunden Strom produzieren die Anlagen durchschnittlich pro Jahr. Dies entspricht dem Strombedarf von rund 15 000 Haushalten. "Gegenüber der herkömmlichen Energieerzeugung werden dabei 23 000 Tonnen Kohlendioxid eingespart", erklärt evd-Geschäftsführer Rudolf Esser. Für die Investition sprechen aus Sicht des Unternehmens auch die positiven Erfahrungen der RheinEnergie beim Betrieb des Windparks. "Die Anlagen zeichnen sich durch eine Verfügbarkeit von 99 Prozent der maximalen Betriebsdauer aus", so Esser. Der Erwerb der Gesellschaftsanteile durch die evd soll rückwirkend bereits zum 31. Dezember 2012 erfolgen.

Die Oppositionsfraktion SPD signalisiert keinen Widerstand. Im Gegenteil: "Eine gute Sache", sagt Fraktionsvorsitzender Bernhard Schmitt. "Wir gehören dann auch zu den Erzeugern und können von den EEG-Zuschüssen profitieren und nicht nur immer zahlen."

(NGZ)