1. NRW
  2. Städte
  3. Dormagen

Dormagen: evd erhöht Wasserpreis um fast 15 Prozent

Dormagen : evd erhöht Wasserpreis um fast 15 Prozent

Schon ab Donnerstag gilt für alle Dormagener der gleiche Preis. Im Segment Fixkosten wird es sogar um bis zu 41 Prozent teurer.

Die gestiegenen Kosten, um Trinkwasser bereit zu stellen, sind der wesentliche Grund, dass der Dormagener Energieversorger evd zum 1. Februar den Trinkwasserpreis erhöht. Nach Angaben des Unternehmens beträgt die monatliche Mehrbelastung für einen durchschnittlichen Haushalt (Ein- und Mehrfamilienhäuser) 2,85 Euro. Die Gesamtkosten setzen sich zum einen aus dem Preis pro Kubikmeter für die Menge Trinkwasser, die verbraucht wird, und zum anderen aus den Kosten für Material, Personal und Energie zusammen. Bei den Fixkosten beträgt die Steigerung für die Kunden im Dormagener Norden 41 Prozent, für die im Süden 33 Prozent - insgesamt auf fast 140 Euro im Jahr (Einfamilienhaus). Der Mengenpreis selbst erhöht sich pro Kubikmeter von bisher 1,61 auf 1,69 Euro. Unter dem Strich, so rechnet die evd vor, ergibt sich daraus eine prozentuale Erhöhung für ein Einfamilienhaus um 15,8 Prozent. Sie will mit der Erhöhung rund 800.000 Euro mehr einnehmen.

Klemens Diekmann wies bei der gestrigen Vorstellung der neuen Preisgestaltung darauf hin, dass sich "der Preis für Trinkwasser in Dormagen zuletzt 2004 erhöht hatte, als das staatlich veranlasste Wasserentnahmeentgelt eingeführt wurde", so der evd-Geschäftsführer. "Während in den vergangenen zwanzig Jahren die Kosten in der Trinkwasserversorgung kontinuierlich gestiegen sind, blieben die reinen Wasserpreise seit 1995 unverändert". Von 1995 bis 2017 betrug die allgemeine Teuerungsrate insgesamt ca. 35 Prozent. Der Großteil der Kosten in der Wasserversorgung, etwa 80 Prozent, seien fixe Kosten, die auch dann anfielen wenn weniger Wasser verbraucht wird. "Wir haben in den vergangenen Jahren immer alle Möglichkeiten ausgeschöpft, um den Preis für Trinkwasser stabil zu halten", so Diekmann. Der Wasserverbrauch sinkt, gleichzeitig verteilt sich diese Menge auf mehr Kunden, für die eine Infrastruktur geschaffen werden muss. Zum Beispiel durch den Ausbau des Trinkwassernetzes. Das treibt seit Jahren die Kosten. In 2016 (der Jahresabschluss für 2017 liegt noch nicht vor) beträgt das Ergebnis in der Wassersparte 300.000 Euro vor Steuern. Warum die evd die seit Jahren steigenden Fixkosten nicht schon eher auf die Kunden umgelegt, sondern jetzt mit einer Steigerung von 33 bis 41 Prozent kommt? "Das hätten wir früher machen müssen", räumte Diekmann ein.

Nach einem Vergleich des Bundes der Steuerzahler von Dezember 2017 liegt der Dormagener Trinkwasserpreis um 14 Prozent unter dem Durchschnittspreis in NRW. Das ist auch nach der Preiserhöhung der Fall. Die evd vergleicht: So liegt das Unternehmen mit der neuen Preisstruktur beim Mengenpreis pro Kubikmeter mit 1,69 Euro (gerechnet für ein Einfamilienhaus) günstiger als die Stadtwerke Neuss (1,73 Euro), Stadtwerke Düsseldorf (1,89) und teurer als RheinEnergie (1,66), Aber bei den Gesamtkosten mit 2,74 Euro deutlich vor Neuss (2,52), Rheinenergie und Düsseldorf (je 2,62) sowie Bonn (2,66 Euro). Sparsam sind die Dormagener beim Trinkwasserverbrauch mit 119 Liter pro Person/Tag. Der bundesdeutsche Durchschnitt beträgt 121 Liter.

(schum)