Europatag in Zons mit polnischen Verbindungen

Europatag: Zons hat unentdeckte polnische Verbindungen

Beim Europatag ging Karl Kress auf die Historie der Zollfeste ein: Kurze Zeit gehörte das Hofgut zur polnischen Krone.

Neben der Freundschaft, die den Rhein-Kreis Neuss seit fast 25 Jahren mit dem polnischen Kreis Mikolòw verbindet, gibt es weitere Gemeinsamkeiten, die Karl Kress, Vorsitzender des städtischen Kulturausschusses und Vorstandsmitglied der Kultur- und Heimatfreunde Zons, beim Besuch der polnischen Delegation zum Europa-Tag in der Zollfeste „aufdeckte“.

Auf „internationalem historischen Boden“ begrüßte Kress die polnische Delegation um den Landrat Henryk Jaroszek mit den Worten: „Die Beziehungen zwischen Mikolòw und Zons sind schon sehr lebendig.“ Damit ging er auf den polnisch-deutschen Stelenpfad mit Aphorismen großer polnischer und deutscher Dichter und Denker ein, der 2016 auf dem Wallgraben in Zons eröffnet wurde – und ein Jahr darauf im Kreis Mikolòw aufgebaut wurde.

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Beim Europatag in Zons standen die Feiernden auf dem Boden des damaligen unbefestigten Hofgutes Zons, das einmal für ein paar Jahre zur polnischen Krone gehörte, wie Kress ausführte: „Ja, im Jahre 1057 hat der Kölner Erzbischof Anno der II. das Hofgut Zons der polnischen Königin Richeza übertragen, der Ehefrau des polnischen Königs Mieszko.“ Bis zu ihrem Lebensende habe die wohltätige Königin Richeza das Zonser Hofgut verwaltet und die Einnahmen christlichen Klöstern zugeführt. Vorrangig gefördert habe sie die mit Zons verbundene Abtei Brauweiler, die sie mit ihren Mitteln ausgebaut habe und dort auch eine neue Kirche bauen ließ, die später auch für Zons die Patronatsrechte erhalten habe, so Kress. So habe Königin Richeza „die erste Brücke der Freundschaft zwischen Polen und Deutschen geschlagen“.

700 Jahre später, 1739 und 1744, sei der Enkelsohn des aus Krakau stammenden polnischen Königs Jan III Sobieski, der Kölner Erzbischof Clemens-August, zwei Mal in Zons Schützenkönig geworden. Ihm zu Ehren wurde in Zons ein besonderes Brot gebacken, nach einer Rezeptur seiner Mutter, Prinzessin Teresa Kunegunda Sobieska: „Ein Brot, das die Kultur- und Heimatfreunde Zons ihm zu Ehren im nächsten Jahr in einem historisierten Backofen nachbacken werden“, erklärte Kress.