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Dormagen/Neuss: Erstes Gewerbegebiet der Nachbarstädte

Dormagen/Neuss : Erstes Gewerbegebiet der Nachbarstädte

Anfang Januar wollen die Städte Dormagen und Neuss sowie der Energieversorger RWE eine Grundsatzvereinbarung unterzeichnen. Geregelt sind darin die Eckpunkte für das geplante interkommunale Gewerbegebiet am Silbersee.

Die Städte Dormagen und Neuss sowie Energieversorger RWE arbeiten an einem Papier, das die Erschließung des interkommunalen Gewerbegebiets Silbersee vorbereitet. Die Lösung zeichnete sich bereits ab. Als Peter-Olaf Hoffmann zuletzt bei einer Podiumsdiskussion über die Wichtigkeit neuer Gewerbeflächen für die Stadt sprach, erhielt der Bürgermeister von ausgesuchter Stelle Rückenwind in Orkanstärke.

Die IHK Mittlerer Niederrhein stellte in ihrer Expertise "Dormagen — Wirtschaftsstruktur und Standortqualität" fest: "Da in Dormagen ein Mangel an freien Gewerbeflächen herrscht, ist eine Neuausweisung von Gewerbegebieten notwendig." Der Silbersee sei eines der Gebiete, die im Rahmen des vom Land geförderten Projektes "Flächen(re)aktivierung" genutzt werden sollten.

Gestern bestätige Neuss' Bürgermeister Herbert Napp: "Wir werden Anfang Januar ein Abkommen unterzeichnen." Darin geregelt werden soll das Planungsrecht. "Die Art und Weise der Nutzung, der Erschließung", erklärte Napp weiter.

Wie viel Zeit noch ins Land gehen wird, bis sich tatsächlich Unternehmen auf dem Areal im Norden von Dormagen ansiedeln, konnte das Neusser Stadtoberhaupt indes nicht sagen. Auch aus dem Dormagener Rathaus heißt es noch: "Wir warten auf das Flora-Fauna-Habitat-Gutachten", so Stadtsprecher Harald Schlimgen. RWE hatte die Analyse vor knapp einem Jahr in Auftrag gegeben. Der Grund: das Gelände liegt seit 40 Jahren brach — und das könnte zu Problemen führen. Denkbar ist etwa, dass das Gelände inzwischen ein Naturschutzgebiet mit den Arealen auf der anderen Rheinseite bildet. Außerdem gibt es eine Frischluftschneise Richtung Düsseldorf, die bei den Planungen berücksichtigt werden müsse. Im Rahmen einer Vegetationsperiode werden jetzt Auswirkungen auf Vögel und Amphibien beobachtet. Wann das Gutachten fertig ist, konnte RWE-Sprecher Manfred Lang nicht sagen. Allerdings seien die Pläne inzwischen in ein landesplanerisches Verfahren eingebunden.

Aber selbst wenn das Gebiet erschlossen werden darf, haben die Macher noch Probleme vor der Brust. So hatte Stadtplaner Gregor Nachtwey erklärt: "Das Gebiet ist topografisch schwierig." Bei größeren Erdbewegungen müssten Altlasten durch die Zinkhütte beseitigt werden. Erst danach könne geprüft werden, ob übliche Quadratmeterpreise von 70 oder 80 Euro erzielt werden könnten.

Einen Nutzen für das Stadtsäckl hätte das Gebiet laut IHK: "Durch die Ansiedlung von Unternehmen lässt sich das im interkommunalen Vergleich unterdurchschnittliche Realsteueraufkommen steigern."

(NGZ/top/url)