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Dormagen: Erstes Brautpaar heiratet auf Piwipper Bötchen

Dormagen : Erstes Brautpaar heiratet auf Piwipper Bötchen

Als erstes Paar gaben sich Julia Schneider und Heinz Eichstädt auf der Rheinfähre zwischen Dormagen und Monheim das Ja-Wort.

Die Monheimer Brautleute strahlen: Julia Schneider (33) und Heinz Eichstädt (45) haben sich am Samstag bei der ersten Trauung auf dem Piwipper Bötchen das Ja-Wort gegeben. Bürgermeister Daniel Zimmermann hat das Paar auf der Monheimer Rheinhälfte getraut.In Dormagen gab es bisher keine Anfrage nach einer Trauung auf dem Piwipper Bötchen, wie Stadtpressesprecher Harald Schlimgen erklärt: "Die Idee ist jedoch sehr sympathisch und schön, unser Standesamt prüft diese Möglichkeit jetzt auch für Dormagener Brautpaare." Dabei geht es auch um den würdigen Rahmen einer standesamtlichen Hochzeit, der gewahrt sein muss.

Unabhängig davon, wie diese Prüfung für Dormagen ausgeht, wird die erste Hochzeit an Bord der "Piwipp" sicher nicht die letzte gewesen sein, da ist sich Professor Heiner Müller-Krumbhaar, Vorsitzender des Vereins "Piwipper Böötchen" sicher. Er erklärt: "Das bieten wir gern allen Hochzeitspaaren an." Allerdings müsse bei der Fahrt genau geschaut werden, auf welcher Rheinseite sich das Bötchen befindet: "Da dürfen die Stadtgrenzen nicht verlassen werden, sonst ist die Trauung nämlich nicht gültig", erklärt der Vorsitzende lachend.

Beim ersten Monheimer Brautpaar auf der "Piwipp" verläuft alles genau wie geplant. Es ist am Samstag zwar kalt, doch von Regen und Schnee, die die letzten Tage so viele quälten, bleiben Gäste und Brautpaar verschont. Auf das Bötchen begeben sich nur engste Freunde und Verwandte — insgesamt knapp 20 Personen. Mehr können nicht mitgenommen werden. Die anderen Hochzeitsgäste können die Tour vom Kai aus beobachten. Mit Taschentüchern winken sie, als die mit Ballons geschmückte Personenfähre "Piwipp" ablegt. "Wir sind in vier Wochen wieder zurück", ruft der Bräutigam der übrigen Hochzeitsgesellschaft scherzend zu. Und los geht die halbstündige Fahrt auf dem Rhein. Als das Ja-Wort ausgesprochen ist, werden Herz-Ballons in die Luft gelassen. So haben die Festgäste am Ufer den großen Moment nicht verpasst.

Die Hochzeit auf dem Bötchen war die Idee der Brautleute. Gemeinsam hatten sie das Monheimer Rathaus, Marienburg und Schelmenturm beiseite geschoben. Eichstädt erklärt: "Wir fanden die neue Möglichkeit auf dem Piwipper Bötchen beide ganz witzig — wir waren auch bei der Wiederinbetriebnahme im vergangenen Jahr dabei. Ich kannte ein paar der Vereinsmitglieder und habe dort angefragt." Natürlich musste der Vorschlag zunächst durch den Monheimer Verwaltungsapparat gehen, doch er wurde zugelassen. Der Monheimer Bürgermeister Daniel Zimmermann freut sich über den zusätzlichen Hochzeitsort: "Es steht grundsätzlich jedem offen, das Bötchen für Hochzeiten und eingetragene Lebenspartnerschaften zu nutzen."

Als alles schon in trockenen Tüchern zu sein schien, kam dieser Tage eine Schrecksekunde: Der Motor der Fähre sprang plötzlich nicht mehr an. "So etwas ist nach einer längeren Winterpause nicht ungewöhnlich", merkt Zimmermann an. "Ein Mechaniker konnte das Problem noch rechtzeitig beheben, so dass die große Fahrt der Brautleute stattfinden kann." Und diese Fahrt wird sichtlich genossen. Als das Paar die Urkunde unterschreiben darf, dreht das kleine Boot einige Pirouetten auf dem Wasser, die die Brautleute sehr überraschen. Die Braut sagt: "Wir waren nicht vorgewarnt!" Gäste und Brautpaar blieben von Seekrankheit jedoch weitgehend verschont. Frisch vermählt wird das glückliche Paar mit einem Sektempfang am Kai in Monheim begrüßt.

(NGZ/rl)