Erster Solzialbericht für Dormagen vorgestellt: Förderansätze entwickelt

Sozialbericht: Dormagen plant für die Zukunft der Ortsteile

Im ersten Sozialbericht für Dormagen wird ein Überblick über die Entwicklung in den einzelnen Stadtteilen in Bezug auf u.a. Einwohner, Kaufkraft, Arbeitslosigkeit, Migrantenanteil gegeben. Ein Fazit: Horrem bedarf weiterer Förderung.

Erstmals hat die Stadt „einen gebündelten Überblick zur sozialen Lage in der Stadt und den einzelnen Stadtteilen“ erstellt, wie Bürgermeister Erik Lierenfeld den ersten Sozialbericht für Dormagen im Stadtrat vorstellte. Daraus sollen – nach dem Motto „Daten zu Taten“ – konkrete Maßnahmen entwickelt werden. „Horrem, Hackenbroich und die Innenstadt haben den größten Förderungs- und Unterstützungsbedarf“, so Lierenfeld.

Beim Sozialbericht seien zahlreiche Daten ausgewertet worden, so zu Arbeitslosen und Sozialhilfeempfängern, aber auch zur Kaufkraft und aus Schuleingangsuntersuchungen des Rhein-Kreises. „Dadurch haben wir erstmals eine kleinräumige Auswertung und Auffächerungsmöglichkeiten nach Alter, Geschlecht und Bildungsgrad“, erläuterte Lierenfeld, wie der Sozialbericht die Grundlage für künftige Sozialplanung sein soll: „Dadurch erhalten wir auch ein neues Frühwarnsystem, um bei Fehlentwicklungen gegenzusteuern.“ Erstellt wurde der erste Sozialbericht mit Förderung des Landesprogramms „NRW hält zusammen“.

Da die Daten der Jahre 2012 und 2017 herangezogen wurden, ist eine Entwicklung abzulesen. So stieg die Einwohnerzahl um 3,3 Prozent auf 65.166. „Das lag zum einen am Zuzug von Flüchtlingen ab 2015, aber auch am „Speckgürtel“-Effekt zwischen Köln und Düsseldorf“, sagte Lierenfeld. Horrem, jetzt zweitgrößter Stadtteil, ist prozentual (13,9 Prozent) am stärksten gewachsen, gefolgt von Delhoven (+8,6) und Hackenbroich (+7,9). „Dormagen wächst durch Zuzüge – Zeichen der Attraktivität, aber auch vielfach Herausforderung durch unterschiedliche Gruppen von Zuwanderern.“

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Zudem wird Dormagen sowohl älter als auch jünger: Stärkster Zuwachs (um 35,6 Prozent) bei den über 80-Jährigen, gefolgt von den unter Dreijährigen (16,1). „Dies verändert Bedarfe von Kitas und Altenpflegeheimen“, so ein weiteres Fazit. „Durch den großen Zuzug aus dem In- und Ausland, auch aus anderen Ländern als den Flüchtlingsgebieten, ist eine Kita-Planung nur mit dem Geburtenregister nicht machbar“, so der Bürgermeister. Die große Aufgabe der Integration sei auch aus dem Sozialplan abzulesen: 22,6 Prozent Ausländer und Menschen mit mehrfacher Staatsbürgerschaft.

Dormagen als Wirtschaftsstandort entwickle sich gut: Es gibt weniger Arbeitslose und mehr sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Zudem sind weniger Deutsche von „Hartz IV“ abhängig, allerdings gab es eine Zunahme der Bedarfsgemeinschaften vor allem bei Nichtdeutschen durch die Flüchtlingsunterbringung. Berufschancen für diese Gruppe soll ein neues „Case-Management“ erhöhen, das beim Modellprojekt „Einwanderung gestalten“ mit dem Jobcenter und anderen Partnern entwickelt wurde.

Minderjährige sind vom Armutsrisiko betroffen: Fast jedes sechste Kind lebt in Familien mit Mindestsicherung. Daher soll die Schulsozialarbeit intensiviert, mehr für Kitas und Schulen getan werden, u.a. über das Landesprogramm „Zusammen im Quartier – Kinder stärken – Zukunft sichern“ in Horrem und Hackenbroich. Horrem soll im Programm „Soziale Stadt“ weiter gestärkt werden: Neue Möglichkeiten durch den Lernort und städtebauliche Maßnahmen.