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Dormagen: Erste Tankstelle für Elektroautos eröffnet

Dormagen : Erste Tankstelle für Elektroautos eröffnet

Mit der ersten Tankstelle für Elektroautos in Dormagen will der lokale Energieversorger evd Elektromobilität etablieren. Die Stadt denkt über einen Einstieg nach. Das Tanken an der Mathias-Giesen-Straße ist bis Jahresende kostenlos.

Fahrer von Elektroautos können ab sofort kostenlos bei der Energieversorgung Dormagen (evd) tanken. Gestern eröffnete die evd die erste Elektrotankstelle Dormagens auf seinem Betriebsgelände im Gewerbegebiet Top West. Bis Ende Oktober soll noch eine Elektrotankstelle am Dormagener Bahnhof dazukommen. "Wir möchten damit die E-Mobilität in unserem Stadtgebiet fördern und einen Beitrag zum Klimaschutz leisten", erklärte evd-Geschäftsführer Rudolf Esser.

Gleichzeitig setzt der Energieversorger im eigenen Betrieb zwei neue Elektrofahrzeuge ein. Damit steht er bislang alleine da: "So weit wir wissen gibt es in Dormagen noch kein Elektroauto, außer unseren beiden", sagte evd-Pressesprecherin Angelika Haas. Viele Bürger werden offenbar von den hohen Anschaffungskosten abgeschreckt. Für einen mit Elektromotor ausgestatteten Smart zahlte die evd nach eigenen Angaben etwa 22 000 Euro. Zum Vergleich: Ein Smart mit Benzinmotor ist derzeit ab etwa 10 000 Euro zu haben.

"Je größer die Nachfrage nach Elektroautos, desto günstiger wird auch die Anschaffung", ist sich Rudolf Esser sicher. Deshalb wolle die evd nun Vorreiter der neuen Technologie sein. "Es gehört auch zur Aufgabe eines lokalen Energieversorgers, Pionierarbeit zu leisten", sagte Esser und zeigte sich zuversichtlich, dass schon bald weitere Elektroautos die Tankstelle nutzen. Einige Autohäuser hätten bereits angefragt.

Immerhin ist das Tanken dort bis mindestens Ende des Jahres kostenlos. Auch danach sei Strom wesentlich günstiger als Benzin. Laut evd liegen die Kosten bei drei Euro pro 100 Kilometer Fahrstrecke.

Solche Zahlen wecken auch bei der Stadt Interesse. "Die Mobilitätskosten unserer Verwaltung liegen jährlich bei etwa einer Millionen Euro", sagte Bürgermeister Peter-Olaf Hoffmann (CDU). Er sei deshalb sehr an den Erfahrungen der evd interessiert. Neben der Alltagstauglichkeit interessiert Hoffman, ob die Elektroautos tatsächlich Sparpotenzial bieten.

"Gerade bei der Bauaufsicht und den technischen Betrieben ist der Einsatz von Elektrofahrzeugen gut denkbar", sagte Hoffmann. Schließlich bewegen die sich nur im Stadtgebiet, werden also nicht von der geringen Reichweite — nach etwa 120 Kilometern muss das Auto für eine Dreiviertelstunde geladen werden — der Elektroautos eingeschränkt. Mit Elektrofahrrädern habe man jedenfalls gute Erfahrungen gemacht, sagte der Bürgermeister. Drei E-Bikes setze die Stadt derzeit für Kontrollfahrten ein. Genau wie Elektroautos können die auch an jeder Steckdose aufgeladen werden, was dann jedoch länger dauert.

Ob die Initiative einen Boom der Elektroautos in Dormagen auslöst, bleibt abzuwarten. Die Neusser Stadtwerke (SWN) haben schon im April 2011 zwei Elektrotankstellen installiert. "Bislang tanken eher selten Privatpersonen bei uns", sagt SWN-Pressesprecher Jürgen Scheer. Denn auch nach zwei Jahren seien Elektroautos in der Bevölkerung wenig verbreitet und Unternehmen hätten häufig eigene Tankstellen auf dem eigenen Betriebsgelände.

Rudolf Esser ist sich jedoch sicher: "In den kommenden Jahren wird sich bei den Elektroautos viel tun. Wir sind dann gut aufgestellt."

(JaHu)