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Dormagen: Eric Giessmann ist bester Künstler

Dormagen : Eric Giessmann ist bester Künstler

Die 13. D'Art endete mit der Preisverleihung an die drei besten Dormagener Künstler.

"Bei allen Wertschätzungen für die Einzelausstellungen — keine Ausstellung hat eine solche Ausstrahlung wie die D´Art", leitete Olaf Moll den Abend in der Glasgalerie des Kulturhauses ein. Der Leiter des städtischen Kulturbüros freute sich besonders darüber, dass viele Schulen die Gelegenheit genutzt hatten, die Ausstellung zu besuchen und in den Unterricht einzubeziehen.

Nach der D'Art sei natürlich vor der D'Art — das Motto der Ausstellung 2014 zeichne sich bereits ab, sei aber noch nicht spruchreif. Begeistert von den Werken und der besonderen Resonanz, immerhin waren auch gezielt Besucher von auswärts in die Glasgalerie gekommen, um die Gemälde und Skulpturen zu bewundern, zeigte sich auch Reinhard Knauft, Geschäftsführer der "in stereo Knauft & Schaar Steuerberater GbR": Dem Schirmherr der D´Art war es eine "große Freude", die Veranstaltung zu unterstützen und er wird auch beim nächsten Mal wieder in dieser Funktion dabei sein: "Der Erfolg und die tolle Qualität der Kunstwerke sind ein großer Anreiz, die D'Art weiterhin zu unterstützen."

Den Beifall für seine Auszeichnung konnte Eric Giessmann nicht hören, aber sehen. Die Augen des 25-jährigen Nievenheimers leuchteten, als er erfuhr, dass sein Bild mit dem Namen "Erster Sonnenstrahl" auf den ersten Platz gewählt wurde. Schnell wischte sich seine Mutter Roswitha (52) die Tränen der Rührung aus dem Gesicht. Eric Giessmann musste sein Kunst- und Design-Studium, bis dahin mit herausragenden Leistungen in den Niederlanden absolviert, kurz vor dem Abschluss wegen einer Erkrankung abbrechen. Inzwischen ist er taub, Gleichgewichtsstörungen erschweren ihm das Malen.

Etliche Stunden hat er in das Fantasy-Werk investiert, das er mit Öl-, Acry- und Neonfarben auf Leinwand gebannt hat. Bewundernswert sind dabei der Detailreichtum und der Realismus, mit denen er seinen Bildern eine besondere Atmosphäre verleiht. Bereits vor zwei Jahren war er mit gleich drei Arbeiten bei der D'Art vertreten. Dass seine Arbeit nun derart gewürdigt wurde, machte nicht nur seine Eltern glücklich: "Die Anerkennung tut ihm sehr gut. Wir hoffen, dass ihm das eine neue Basis und neue Impulse gibt", sagte sein Vater, Volkmar Giessmann. Auf den Plätzen 2 und 3 landeten zwei Dormagener Urgesteine: Jutta Kükenthal gewährte den Ausstellungsbesucher Einblicke in schwarze Gedanken. Vor 35 Jahren hatte sie als "Katzenmalerin" begonnen und auch heute sind die sanften Stubentiger immer wieder in ihren Werken zu finden.

Kräftiges Rot und düsteres Schwarz dominieren das Werk, die Augen der Katze scheinen durch den Betrachter hindurch zusehen. "Ich freue mich sehr über den zweiten Platz. Ich lebe und arbeite in Dormagen und die Anerkennung tut immer wieder gut", sagte die Hackenbroicher Künstlerin. Die fotografische Arbeit "Unbefleckte Empfängnis" von Robert Küppers belegte den dritten Platz. "Das Motiv wird nicht gleich von jedem erkannt. Ich habe der Madonna, die das Jesuskind auf dem Arm hält, ein Kondom übergezogen und sie vor dem Dormagener Sommerhimmel fotografiert", sagte der 61-Jährige. "Dieses Bild kann ein Augenzwinkern hervorrufen oder auch Unverständnis. In jedem Fall ist es eine Anregung, über das Thema noch einmal nachzudenken."

(NGZ)