Entlastung von Dormagen-Nievenheim: Stadt plant Umgehungsstraße weiter

Entlastung in Dormagen : Stadt plant Umgehungsstraße weiter

In Gesprächen mit dem Landesbetrieb wird es auch um die Finanzierung gehen.

Die politische Diskussion ist längst im Gange, auch vor Ort ist die Umgehungsstraße, die die von viel zu viel Straßenverkehr genervten Anwohner entlasten soll, eine heißes Thema. Nur: Es passiert nichts aus deren Sicht. Das beklagte auch ein Nievenheimer im Gespräch mit unserer Redaktion, weil er keine zufriedenstellenden Antworten bekommt. Fakt ist, dass hinter den Kulissen an diesem Thema gearbeitet wird. Das betont jedenfalls der Leiter des städtischen Planungsamtes, Robert Ullrich: „Wir sind in Gesprächen mit dem Landesbetrieb Straßen NRW.“

Die aktuelle Lage sieht so aus: Um von der Bismarckstraße aus über die Marie-Schlei-Straße eine Anbindung an die L 380 herzustellen, wurde ein Konzept erstellt, das in diesem Oktober in einem Gespräch mit dem Landesbetrieb Straßen erörtert werden soll. „Wann die Unterlagen soweit sein werden, dass der Planungs- und Umweltausschuss auf dieser Grundlage einen Beschluss darüber fassen kann, ob die Planungen weiter verfolgt werden sollen, ist noch unklar“, sagt Stadtsprecher Max Laufer. Wenig wahrscheinlich erscheint, dass die Politik diesem Vorhaben einen Riegel vorschiebt.

Natürlich gibt es Probleme: die Finanzierung. Bislang war bei den Kosten für die Ortsumgehung von rund 3,5 Millionen Euro für den Straßenbau und etwa 1,2 Millionen Euro für die Entwässerung genannt. Darin sind jedoch Kosten für den Grunderwerb sowie mögliche Sonderkosten für Ausgleichsmaßnahmen und Anbindung an den Bestand noch nicht enthalten. Die Stadtverwaltung geht jedenfalls schon jetzt von höheren Gesamtkosten aus. Erschwerend kommt hinzu, dass bislang mit keinen Fördermitteln zu rechnen war. Laut Straßen- und Wegegesetz NRW ist eine „Umgehungsstraße“ der Teil einer Landes- oder Kreisstraße, der der Beseitigung einer Ortsdurchfahrt dient. Da das Vorhaben also keine Umgehungsstraße in diesem Sinne darstellt, „ist eine Förderung unwahrscheinlich“, sagte die Verwaltung zuletzt. Somit müsste die Stadt Kosten von am Ende wohl mehr als fünf Millionen Euro selbst bezahlen. Wahrscheinlich geht es in den Gesprächen mit Straßen NRW nicht nur um den Streckenverlauf durch den Kohnacker, sondern auch um eine mögliche Mitfinanzierung. Laut einer Untersuchung fahren auf der Bismarckstraße heute 8100 Autos am Tag. Im Jahr 2030 sollen es 10.300 sein.

(schum)
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