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Dormagen: Entlastung für das Spitzen-Duo

Dormagen : Entlastung für das Spitzen-Duo

Jamaika-Koalition und Verwaltungsspitze wollen einen neuen Beigeordneten für die bürgernahen Fachbereiche einstellen. Dabei soll der Technische Bereich bei Bürgermeister Hoffmann und der Wirtschaftsförderung bleiben.

Dormagen Schon Heinz Hilgers und Ulrich Cyprian arbeiteten am Limit. Bei Bürgermeister Peter-Olaf Hoffmann und dem Ersten Beigeordneten ist das nicht anders. "Wir arbeiten an der Leistungsgrenze — und schaffen doch nicht alle wichtigen Termine", so Hoffmann am Freitag. Vor allem bleibt kein zeitlicher Spielraum, die Arbeitskreise der Fraktionen zu besuchen. "Dabei würde gerade das die Verwaltungsarbeit stark entlasten", sagt Hoffmann. Er weist darauf hin, dass Dormagen in den neunziger Jahren in der Bel-Etage des Rathauses mit sechs Spitzenbeamten gearbeitet hat — heute sind er und Cyprian alleine. Schon Heinz Hilgers forderte dringende Entlastung.

Und die soll jetzt kommen. In Form eines neuen Beigeordneten. Allerdings nicht wie bisher angedacht mit einer neuen Spitzenkraft für den technischen Bereich, sondern einen allgemeinen Beigeordneten. Der soll sich laut Cyrian zum einen um die Bereiche Sicherheit und Ordnung, zum anderen um die bürgernahen Felder Schule, Kinder Familien und Senioren kümmern. Hinzu kommen noch Kultur und Sport. Damit wären alle drei Spitzenbeamten in etwa gleich belastet, wobei für Hoffmann noch eine Reihe repräsentativer Aufgaben hinzu kommt.

Die Mittel von etwa 80 000 Euro wollen Jamaika-Koalition und Verwaltungsspitze im nächsten Haushalt 2010/11 einstellen. Bereits am 5. Dezember sollen die Ausschreibungen in überregionalen Zeitungen und in Fachblättern erscheinen. Bewerbungsfrist: 31. Dezember. Zuvor allerdings muss die Ausschreibung noch am 1. Dezember den Rat passieren — angesichts der Mehrheit der Jamaika-Koalition kein Problem. Die Wahl könnte laut Cyprian bereits in der Ratssitzung im Februar erfolgen.

"Wir tragen diese Entscheidung voll mit", so CDU-Fraktionschef Wiljo Wimmer. Politisch war für die Abkehr vom Technischen Beigeordneten ausschlaggebend, dass es der Rathausspitze auf eine allgemeine Entlastung ankommt. Entscheidend war für Hoffmann: "Die Bereiche Wirtschaftsförderung und Städtebau gehören untrennbar zusammen — und sind wie im Wahlkampf angekündigt, Chefsache." Diese Argumentation überzeugte auch FDP und Grüne.

Dem Rat vorgeschlagen wird der oder die Bewerber(in) von der Jamaika-Koalition. Cyprian geht aus eigener Erfahrung aber davon aus, dass sich Kandidaten auch in den übrigen Fraktionen vorstellen werden: "Das ist so üblich."

Einer der CDU-Politiker, der seit Jahren versucht, sich für ein Spitzenamt in der Dormagener Verwaltung zu bemühen, ist Norbert Dahmen. Er äußerte sich am Freitag spontan gegenüber der NGZ: "Man soll niemals nie sagen, aber ich habe nicht vor, mich zu bewerben." In der Ära der Großen Koalition von CDU und SPD hatte es den letzten Versuch gegeben, gleich zwei neue Beigeordnete einzustellen. Doch das Vorhaben scheiterte politisch. "Im Zuge der Haushaltssicherung war das nicht machbar", erinnert sich Cyprian. Auch Ingo Kolmorgen, Fraktionsvorsitzender der Grünen, winkt ab: "Ich habe andere berufliche Perspektiven." Die Mammutbelastung für Bürgermeister und Erstem Beigeordneten begann mit dem Ende der Dienstzeit des Technischen Beigeordneten Hans-Dieter Schwarz 2006.

Der Ausschreibungstext ist auf einen Juristen zugeschnitten, der Erfahrung in den Sachgebieten hat. Dass die Politik oder die Verwaltung eine bestimmte Persönlichkeit ins Auge gefasst hätte, verneinen Hoffmann und Wimmer. "Willkommen ist aber auch ein Dormagener."

Zur Sache Sinnvoll

(RP)