Ohne ihren Einsatz wären Inseln im Meer versunken Engel der Andamanen

Ohne ihren Einsatz wären Inseln im Meer versunken · Von Chris Stoffels Bharathi Prasad ist unter VU2RBI eine der bekanntesten Amateurfunkerinnen der Welt. Sie war mit einer Expedition auf den Andamanen und Nicobaren, als der tödliche Tsumami kam. Jetzt besuchte sie Dormagener Amateuerfunker. Mit ihrer Funkstation auf den Andamanen-Inseln rettete Bharathi ungezählte Menschen vor den Folgen des Tsunami und machte die Weltöffentlichkeit auf das Schicksal der Menschen der Inselgruppen aufmerksam.

Von Chris Stoffels Bharathi Prasad ist unter VU2RBI eine der bekanntesten Amateurfunkerinnen der Welt. Sie war mit einer Expedition auf den Andamanen und Nicobaren, als der tödliche Tsumami kam. Jetzt besuchte sie Dormagener Amateuerfunker. Mit ihrer Funkstation auf den Andamanen-Inseln rettete Bharathi ungezählte Menschen vor den Folgen des Tsunami und machte die Weltöffentlichkeit auf das Schicksal der Menschen der Inselgruppen aufmerksam.

Von Karatchi nach Paris - und kurz einen Zwischenstopp eingelegt in Dormagen. Die Inderin Bharathi Prasad ist ein Weltstar unter den Amateuerfunkern. Ihre Expeditionen, um neue Gebiete für den Funkverkehr zu erschließen, sind hoch anerkannt. Doch zur Legende wird sie bei der Bekämpfung der Folgen des verheerenden Tsunami nach dem 26. Dezember 2004.

Ihre Kennung VU2RBI wird zu einem der Symbole für Hilfe - ihrem Funkverkehr verdankt die Welt die ersten Meldungen über die Lage auf den Andamanen und Nicobaren, Inselgruppen nahe dem Epi-Zentrum des Bebens. Jetzt war Bharathi zu Besuch in Dormagen, berichtete über ihre Erlebnisse, ihre Funk-Expeditionen und über ihre neuen Projekte.

Der Vorsitzende der Dormagener Amateurfunker, Bernd Willeke, hatte den "Engel der Andanamen" in Begleitung ihres Mannes D.N. Prasad für ein Wochenende bei sich. Besichtigung des Bayerwerks, ein Rundgang durch Zons, ein von Estelle Klüppel zubereiteten indisches Abendessen im "Bergischen Hof" in Zons und natürlich neue Verbindungen in alle Welt standen auf dem Programm.

Den Abschluss des Abends bildete einen Besuch im Shack (Station) von DL5AOB (Willeke) in Stürzelberg, wo ein 20 Meter-Band im SSB-QSO nach Brasilien gefahren wurde. Nach jahrelangen harten Auseinandersetzungen mit den Behörden und mit viel Beharrlichkeit hatte Bharathi im Herbst vergangenen Jahres die Erlaubnis zum Aufbau einer Funkstation auf den Andamanen erhalten.

Anfang Dezember geht es mit einer kleinen Gruppe, darunter ihr Ehemann und ihr 15-jähriger Sohn, in das unwegsame Gelände. Rund 500 Kilo Gepäck inklusive hochwertiger Funkgeräte und Antennen hat ihr Schiff geladen, haben die Expeditionsmitglieder an Land geschafft. So als hätten sie etwas geahnt, arbeiteten sie Tag und Nacht an dem Aufbau der Station. Dann steht sie - mit hervorragenden Ergebnissen.

Nach und nach wird von dort aus die Welt erschlossen.Dann der 26. Dezember, zweiter Weihnachtstag: Um 6.29 Uhr bricht das Unheil herein. Bharathi: "Ich war im DX-Betrieb und sprach gerade noch mit einem Funkamateur aus Indonesien. Plötzlich spürte ich ein Zittern und realisierte, dass gerade ein Erdbeben stattfand." Sie bringt sich in Sicherheit, realisiert das Ausmaß der Zerstörung. Es wird eine der schlimmsten Naturkatastrophen seit Menschengedenken.

Alle Kommunikationsmöglichkeiten der Inselgruppe sind zusammen gebrochen, das Telefonnetz existiert nicht mehr, Handy-Verbindungen zwecklos. Das einzige, was funktioniert: VU4RBI und VU4NRO, die neu aufgebauten Funk-Verbindungen in der Inselregion. Als sie das Ausmaß der Kathastrophe erkennt, schaltet Bharathi um auf Kathastrophen-Funk.

Die Funker in aller Welt erfahren über Elend, Not und Leid auf den Inselgruppen im weiten Ozean, geben die Nachricht weiter. An Schlaf ist nicht mehr zu denken; in wahren Marathonsitzungen erreicht und mobilisiert Bharathi die Weltöffentlichkeit. Associated Press, Washington Post, New York Times und andere berichten über das Leid auf der Inselgruppe.

Ohne den Einsatz Bharathis wären diese Inseln wohl im Meer des Vergessens versunken. Erst als die Hauptarbeit geleistet ist, verlässt Bharathi die Andamanen, um sich neuen Aufgaben zu widmen. Doch ein Teil ihres Teams bleibt - die Andamanen bleiben im Gedächnis.

(NGZ)
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