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Dormagen: Eltern kritisieren Lernort Delrath

Dormagen : Eltern kritisieren Lernort Delrath

Bemängelt werden vor allem zu kleine Räume für die OGS-Betreuung.

Weit über zwei Stunden stand die Verwaltung in der Kritik: Gut 120 Eltern wollten sich in der Aula der Nievenheimer Gesamtschule über die Planungen für den ersten Dormagener Lernort informieren, bei dem die Kinder der Henri-Dunant-Grundschule und der Kita Villa bunte Wolke unter einem Dach leben. Schuldezernentin Tanja Gaspers und Uwe Scheler, Leiter des Eigenbetriebs, hatten in dem Kreuzfeuer der Eltern keinen leichten Stand. Am Ende gab es lediglich den (unausgesprochenen) Konsens, dass der Lernort an sich positiv aufgenommen wird.

In den Details lagen das Gros der Eltern und die Verwaltung weit auseinander, vor allem als es um die Frage des pädagogischen Konzeptes und vor allem um die Räume für die OGS-Kinder ging. Die Haltung vieler Eltern gab Schulpflegschaftsvorsitzende Tanja Lützenrath wieder, die forderte, die Verwaltung möge die Elternschaft mit ihren Sorgen ernst nehmen: "Wir wollen keinen Krach, sondern gemeinsam eine gute Lösung. Wir wünschen uns ein frühzeitiges pädagogisches Konzept, das die Raumplanung berücksichtigt. Und: Wir wollen mehr Platz für die OGS." Ein Zuhörer sagte, die Kinder würden "zusammengepfercht". Scheler entgegnete, dass für die neue OGS 20 Prozent mehr Platz vorhanden sein wird, die Mensa im Untergeschoss eine "vollwertige Aufenthaltsqualität" haben werde.

Eine ganz andere Rechnung machte hingegen Lützenrath auf: "Bei einer Berechnung der reinen OGS-Fläche für die Kinder komme ich auf 140 Quadratmeter gegenüber 250 in der heutigen Situation", so die Elternvertreterin. "101 Kinder auf 140 Quadratmeter – da muss man zusätzlichen Raum schaffen." Diese Zahlen und die Schlussfolgerung bezweifelte die Verwaltung. Gaspers: "Bei diesem Thema werden wir uns wohl nicht einig." Und: Schulverwaltungsamtsleiterin Ellen Schönen-Hüten sah es von der pragmatischen Seite: "Die Kinder werden sich am Nachmittag über das ganze Haus und auch auf verschiedene Schulräume verteilen."

Ein Ärgernis und nicht nachvollziehbar war für viele Besucher das bisher fehlende pädagogische Konzept. "Wie kann es ein Raumkonzept ohne das Vorliegen eines pädagogischen Konzepts geben?" fragte ein Vater. Die Antwort darauf, dass Kita und OGS im Gespräch seien und man das Raumangebot abwarten wollte, war für etliche Besucher eher unbefriedigend. Ebenso wie die Aussage von Elisabeth Gartz (Jugendbereich), wonach es "kein fertiges Konzept geben wird, weil es sich um einen prozesshaften Vorgang handelt".

Bei aller Kritik am Mittwochabend gab es aber auch diejenigen, die positiv hervorhoben, dass mit diesem Lernort schließlich der von Schließung bedrohte Schulstandort Delrath gesichert werde. Lob gab es von Gaspers für die Kita-Eltern, "die schließlich ein wunderschönes Gebäude aufgeben".

(NGZ)