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Dormagen: Eltern-Kritik an Schulgutachten

Dormagen : Eltern-Kritik an Schulgutachten

Das Schulgutachten, in dem es um die Neugründung einer zweiten Gesamtschule und um die Schließung eines Gymnasiums geht, wurde gestern am NGZ-Mobil von Eltern, Lehrern und Schülern stark kritisiert.

Eines wird am NGZ-Stand vor dem Schulzentrum in Hackenbroich schnell deutlich: Egal, ob Eltern oder Lehrer, beide wollen nur eines: Informationen! Das betonte Matthias Kärtner ebenso wie Tanja Frank und Katja Creutzmann, Letztere ist Schulpflegschaftsvorsitzende der Realschule: "Wir kennen zurzeit nur die vier Varianten, aber keinerlei Hintergründe, wie es dazu kam, keine Zahlen." Alle Besucher am NGZ-Stand forderten gestern, möglichst schnell von der Verwaltung über das Schulgutachten informiert zu werden. "Die Unsicherheit auch unter uns Lehrern ist groß", sagt Markus Schmitz, der am "Leibniz" Physik unterrichtet. Seine Kollegin Britta Flamm vermisst eine Diskussion über pädagogische Inhalte, "und nicht nur über Zahlen und Demografie".

Vize-Bürgermeister Hans Sturm (r.) beteiligte sich an der regen Diskussion mit Tanja Frank und Matthias Kärtner am NGZ-Stand. Foto: Lothar Berns

Die Schließungs-Variante für das Schulzentrum Hackenbroich hat die Betroffenen geschockt. Vor allem, weil sie einen gesunden, sehr gut funktionieren Standort sehen. "Den Sinn in einer solchen Zwangs-Umwandlung zu einer Gesamtschule kann ich nicht erkennen", sagt Tanja Frank, die zwei Kinder am Gymnasium hat, "vor allem, wenn die Realschule freiwillig zu einer Sekundarschule werden will". Nicole Braunberger, Mitglied der Schulpflegschaft des Gymnasiums, kündigte an, "kämpfen" zu wollen. Sie ist dafür, nicht nur die Eltern der zweiten und dritten Klassen zu befragen, sondern auch den Willen der Gymnasial- und Realschul-Eltern zu berücksichtigen. "Ich befürchte aufgrund der Diskussion und unsicheren Faktenlage negative Auswirkungen auf die nächsten Anmeldezahlen." Wilfried Kunze hat gerade zwei Kinder am "Leibniz" angemeldet. "Eine bewusste Entscheidung für das Gymnasium und gegen die Gesamtschule. Jetzt bin ich verunsichert."

Auch Schüler suchten das Gespräch mit NGZ-Mitarbeiterin Feline Gerstenberg. Foto: Berns, Lothar

Immer wieder besuchen auch Schüler den NGZ-Stand. Zum Beispiel Kathi Nitzsche (15) aus der Klasse 9: "Ich frage mich, ob die leistungsstarken Schüler weiterhin so gefördert werden wie jetzt, wenn aus dem Gymnasium eine Gesamtschule wird." Johannes Tannheimer, Leibniz-Schülersprecher, sagt: "Ich sehe die Notwendigkeit einer zweiten Gesamtschule in Dormagen. Allerdings denke ich, dass der Standort des BVA viel besser dafür geeignet wäre. Schließlich können Schüler aus Neuss oder Köln durch die Nähe zum Bahnhof einfacher dorthin kommen."

Vorerst einen Trost gibt es für das Schulzentrum: Vize-Bürgermeister Hans Sturm und seine Hackenbroicher CDU-Kollegien Margret Steiner versichern: "Wir werden nicht tatenlos zusehen, dass dieser Schulstandort zerstört wird." Sogar eine Bürgerinitiative würde die Ratsfrau unterstützen.

(NGZ)